Ring politischer Jugend Ortenau

Kritik an Preiserhöhung durch die TGO

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 03. August 2014 um 17:48 Uhr

Ortenaukreis

Die Grüne Jugend Ortenau hat gemeinsam mit den Jungen Liberalen und den Jungsozialisten (Ring politischer Jugend Ortenau) in Sachen "Öffentlicher Personennahverkehr" einen Offenen Brief verfasst.

Aktueller Anlass waren die Preiserhöhungen der TGO zum 1. August.

Nina Rieger (Grüne Jugend) schreibt in dem Brief: "Mobilität ist eines der zentralen Themen unserer Generation. Fahrzeuge bekommen immer modernere Antriebe und tragen somit einem steigenden Umweltbewusstsein Rechnung. Doch das alleine reicht nicht aus. Zu einer echten Wahlfreiheit gehört ein preiswerter, moderner und zukunftsfähiger öffentlicher Personennahverkehr. Gerade für den ländlichen Raum ist dies ein entscheidender Standortfaktor." Der motorisierte Individualverkehr werde auch in dieser Region an seine Grenzen stoßen. Zum einen könnten Straßen nicht beliebig erweitert werden, zum anderen gebe es immer mehr Menschen, die sich ein eigenes Auto leisten können und wollen: "Wir brauchen besseren Nahverkehr, in der Stadt und auf dem Land. Wir brauchen vernetzte, sich ergänzende Systeme auf Schiene, Straße und Radwegen."

Eine weitere Preiserhöhung senke die Attraktivität des Nahverkehrs weiter, anstatt Menschen dazu zu motivieren. Damit einhergehend, sinke auch die Attraktivität der Ortenau als Lebensmittelpunkt: "Noch immer gibt es kein sinnvolles Semesterticket für die Studierenden in Offenburg und Kehl, auf eine sinnvolle Bus- und Zuganbindung warten Bewohnerinnen und Bewohnern in den Tälern vergeblich. Die TGO GmbH und der Ortenaukreis könnten Vorreiter für zukunftsfähigen Nahverkehr im ländlichen Raum sein."

Mobilität, als Grundvoraussetzung für Teilhabe und zur freien Wahl der Arbeitsstelle, dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen: "Langfristig setzen wir uns deshalb für einen fahrscheinlosen ÖPNV ein. Auch hier könnte die TGO Vorreiterin sein." Um den von TGO-Geschäftsführer Stefan Preuss propagierten umweltschonenden und nachhaltigen ÖPNV umzusetzen und ihn fahrgastfreundlicher zu gestalten, werden "attraktive und preiswerte, eng getaktete Zug- und Busverbindungen in der gesamten Ortenau einschließlich der ländlichen Regionen und den Tälern" gefordert.

Weitere Forderungen unter anderem: bessere Verzahnung von Bus und Bahn (Anschlüsse in die Täler), Bürgerbeteiligung zur Zukunft des ÖPNV, Carsharing-Angebote, Elektrotankstellen an Park-and Ride-Parkplätzen, Akzeptanz der Bahncard auch innerhalb der TGO, mehr Fahrradstellplätze an Bahnhöfen, gut verständliche Fahrpläne. Langfristig sollte es barrierefreie Bahnhöfe und Fahrzeuge geben, außerdem Fahrradleihmöglichkeiten an allen Bahnhöfen.