Landratsamt verfügt Fruchtfolge auf Maisfeldern

ddn, has

Von ddn & Hagen Späth

Do, 07. Dezember 2017

Ortenaukreis

Grund: Die 2017 rasant angestiegene Maiswurzelbohrerpopulation.

OFFENBURG/ACHERN (ddn/has). Der Maiswurzelbohrer ist zurück in der Ortenau – und das Landratsamt reagiert. Die Behörde hat in einer so genannten Allgemeinverfügung wieder die Fruchtfolge für den Maisanbau in den Städten und Gemeinden der Rheinebene angeordnet.

Zu dieser durchaus umstrittenen Anordnung hatte das Landratsamt bereits einmal gegriffen, diese dann mit dem Rückgang der Käferpopulationen aber wieder aufgehoben. Seither galt die Fruchtfolge lediglich als Empfehlung. Eine Auskunft des Landratsamts, wie groß der Anteil der Landwirte war, die die Fruchtfolge tatsächlich einhalten, war am Mittwoch nicht zu erhalten. Wegen Krankheit und auswärtiger Termine stand kein Ansprechpartner zur Verfügung.

Die neue Allgemeinverfügung schreibt vor, höchstens zwei Mal in drei Jahren Mais anzubauen – das bedeutet beispielsweise, dass Landwirte spätestens 2019 eine andere Feldfrucht für ein Jahr wählen müssen – vorausgesetzt, die Allgemeinverfügung bleibt so lange in Kraft.

Als Beginn der Fruchtfolge gilt laut Landratsamt der 1. Januar 2017. Die Allgemeinverfügung gilt auf den Gemarkungen der Städte und Gemeinden Rheinau, Achern, Sasbach, Renchen, Appenweier, Kehl, Willstätt, Offenburg, Schutterwald, Ortenberg, Ohlsbach, Gengenbach, Neuried, Schwanau, Meißenheim, Hohberg, Berghaupten, Friesenheim, Lahr, Seelbach, Schuttertal, Biberach, Zell am Harmersbach, Fischerbach, Kappel-Grafenhausen, Rust, Kippenheim, Mahlberg, Ettenheim und Ringsheim und auf dem rechtsrheinischen gemeindefreien Gebiet der Gemeinde Rhinau.

Nach ein paar Jahren relativer Ruhe hatte der Maiswurzelbohrer das für ihn sehr angenehme Klima in diesem Jahr genutzt, um sich kräftig zu vermehren. Fast 6000 Exemplare des Schädlings waren bis September in die Fallen des Landwirtschaftsamtes geflogen (wir berichteten) – so viele wie noch nie seit seinem Auftauchen in der Rheinebene vor zehn Jahren. Diese Zahl hatte Volker Heitz, Pflanzenschutzberater des Landwirtschaftsamtes, während des traditionellen Maisfeldtags auf dem zentralen Versuchsfeld am Ortsrand von Orschweier genannt: "Der Bestand ist explodiert" sagte Heitz im Spätsommer.

Der Kreis Emmendingen meldet mehr als 20 000 Käfer, Freiburg gar gut 25 000. Heitz nannte "günstige Wetterbedingungen" als Grund für die sprunghafte Vermehrung. Ein nicht zu nasses Frühjahr und die Wärme des Sommers hätten ihm gut getan. Den Käfer in den Griff zu bekommen sei deshalb so wichtig, weil der Mais nach wie vor die Hauptanbaufrucht in der Region ist. Martin Schreiner vom Landratsamt beziffert die Anbaufläche des Mais im Kreis auf 15 500 Hektar.

Der Maiswurzelbohrer war erstmals 2007 in der Ortenau mit sechs Exemplaren aufgetreten. Seine Entwicklung verlief rasant. Trotz des Einsatzes von Insektiziden in den ersten drei Jahren stieg seine Population jedes Jahr an.