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30. März 2010
Oberkicher über den Wolken im Ausschank
Winzergenossenschaft kam bei einem Wettbewerb des Deutschen Weininstituts zum Zuge / Lufthansa orderte 25 000 Flaschen.
OBERKIRCH (cam). Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Die Oberkircher! Die Winzergenossenschaft Oberkirch ist der Gewinner des aktuellen Wettbewerbs des Deutschen Weininstituts (DWI) und wird im November und Dezember auf allen Flügen der Lufthansa mit an Bord sein. Fazit: Die Deutsche Lufthansa fliegt auf Oberkircher Wein.
Jedes Jahr veranstaltet das Deutsche Weininstitut einen besonderen Wettbewerb auf Deutschlands größter und wichtigster Weinmesse, der Pro-Wein in Düsseldorf. Der Gewinner des Wettbewerbs kommt auf die Getränkekarte der Lufthansa und wird in der Business Class ausgeschenkt. Die Ausschreibung für den Wettbewerb fand im Februar statt, teilnehmen konnte jeder deutsche Weinbaubetrieb, der mindestens 20 000 Flaschen des edlen Rebensafts aufzubieten hat.
Herbert Huber, oberster Mundschenk der Lufthansa, erzählt, dass über 1000 Weine verkostet und beurteilt werden mussten. Die Jury um Sommelier Weltmeister und Master of Wine Markus del Monego hatte also alle Hände voll zu tun. Auch die Oberkircher Winzergenossenschaft reichte einen Wein ein, eine Spätburgunder-Cuvée, die sich geschmacklich mehr am Pinot als am Spätburgunder orientiert, wie Kellermeister Martin Bäuerle erklärt. Er und Geschäftsführer Markus Ell gingen nicht unbedingt davon aus, dass sie das Rennen machen werden. "In Deutschland wird überall guter Wein gemacht", sagt Bäuerle. Doch: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt." Die beiden verspürten also keinen Erfolgsdruck. Dafür ist jetzt ist die Freude um so schöner. Als "große Bestätigung", wertet Ell den Sieg über die starke Konkurrenz.
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Was muss so ein Wein mitbringen, der auf den Linienflügen zwischen Frankfurt und New York, Tokio und München ausgeschenkt wird? Huber erklärt, dass das Geschmacksempfinden auf 8000 Meter Höhe anders funktioniere, darum müssten die Weine insgesamt kräftiger sein. "Ein filigraner Wein würde untergehen", weiß er. Mit Kraft (und Alkohol) allein ist es aber nicht getan, der Wein braucht auch Körper und Frucht.
Zudem muss ein Lufthansa-Wein zum Essen passen. Problem: Maschinen, die in Los Angeles starten, haben anderes "Food" an Bord als eine Maschine aus Peking. Indes, so Huber: "Ein guter Wein passt zu jedem Essen."
Die Höhentauglichkeit wurde nicht nur von einer Jury getestet, die weiß, worauf es ankommt, sondern erstmals unter echten Bedingungen in einer Unterdruck-Kabine beim Fraunhofer Institut. Vom Siegerwein aus Oberkirch wird die Lufthansa 25 000 Flaschen "Collection Oberkirch" ordern, die im November und Dezember in der Business Class serviert werden. Bleibt die Frage, ob der Wein mit der "guten Struktur und dem saftigen Charakter" (Del Monego) auch auf der Erde schmeckt? "Wunderbar", lacht Markus Ell, "hier auf der Pro-Wein sind alle begeistert."
Der 2009-er gilt als super Jahrgang für den Spätburgunder Rotwein.
Autor: cam
