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07. Februar 2012 20:57 Uhr
Gerichtsverhandlung
Stau auf der A5 – Autofahrer schraubt Leitplanke auf
Drei Stunden im Stau? Das hat Autofahrer auf der A5 auf eine Idee gebracht: Sie schraubten eine Leitplanke auf – und nahmen eine Abkürzung über die leere Gegenfahrbahn. Einer von ihnen stand nun vor Gericht.
Glimpflich ist ein 42-jähriger Berufskraftfahrer aus dem Renchtal davongekommen, der sich wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor dem Amtsgericht Achern verantworten sollte. Der Mann war an einem Augustmorgen mit seinem privaten Fahrzeug auf der Autobahn zwischen Achern und Bühl in einen Stau geraten. Wie er im Autoradio hörte, musste die A 5 wegen eines schweren Unfalls in beiden Richtungen für etwa drei Stunden voll gesperrt werden. Zusammen mit anderen, nicht mehr identifizierbaren Autofahrern war er auf die Idee gekommen, die Mittelleitplanke in diesem Baustellenbereich, in dem er als Schotterfahrer selbst beschäftigt war, aufzuschrauben, um durch die Lücke auf die leere Gegenfahrbahn zu kommen und über diese die Autobahn zu verlassen.
Anders als die anderen durch die Lücke geschlüpften Autofahrer hatte der Angeklagte als vermeintlich letzter versucht, die Leitplanke wieder in ihre alte Position zu bringen und dies auch "bis auf 20 Zentimeter geschafft". Beide Fahrspuren wären also nach der Freigabe der Sperrung wieder befahrbar gewesen. Was sich erst bei der Verhandlung herausstellte: Andere Autofahrer hatten später die Lücke wieder geöffnet, ohne die Leitplanke zurückzuschieben. Dadurch war die gesamte linke Fahrspur der Gegenfahrbahn blockiert, so dass dieses Hindernis einen schweren Unfall hätte verursachen können.
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Vor Gericht war der 42-jährige nur gekommen, weil ein Lkw-Fahrer das Kennzeichen des Angeklagten als einziges von den beteiligten "Leitplankenschraubern" notiert und der Polizei übermittelt hatte. Ein anderer Lkw-Fahrer, der als Zeuge gehört wurde, hatte jedoch beide Vorgänge beobachtet: zuerst, dass der jetzt Angeklagte versucht hatte, die Lücke so gut wie möglich wieder zu schließen und später, dass andere Autofahrer die Lücke erneut geöffnet und die Leitplanke aber nicht wieder zurückgeschoben hatten. Er hatte auch die Polizei über das gefährliche Hindernis auf der Autobahn informiert.
- A 5-Ausbau: Die Hälfte ist geschafft
Autor: Claus Donath
