Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

12. September 2017

Kandidatencheck

Wolfgang Schäuble (CDU) im Wahlkreis 284 Offenburg

Er ist mit inzwischen 45 Dienstjahren der dienstälteste Abgeordnete im Deutschen Bundestag und längst einer der einflussreichsten deutschen, wenn nicht sogar internationalen Politiker. In diesen fast fünf Jahrzehnten hat der Volljurist in allen möglichen Partei- und Bundesämtern mehrfach eindrucksvoll gezeigt, dass er sein Handwerk versteht wie kaum ein Zweiter. Doch auch mit nunmehr 75 Jahren (18. September) – und trotz seiner Behinderung – hat Wolfgang Schäuble noch immer den erforderlichen Mumm für die große Politik.

  1. Foto: Christoph Breithaupt

Werbung

"Was ich im Sinn habe..."

"Eine friedliche und soziale Welt. Dazu sind viele große und kleine Fragen im Zusammenleben von uns Menschen zu beantworten, zum Beispiel: ein handlungsfähiges Europa, ein vernünftiges Maß von Sicherheit und Freiheit oder Teilhabe und Chancengerechtigkeit."  

Autor: bz

"Was ich anpacken will..."

"Wir wollen in Deutschland unseren Wohlstand halten. Ich möchte dazu beitragen, dass wir unser Land zukunftsfest machen. Dazu gehört eine solide Finanzpolitik ohne neue Schulden, die Entlastung von kleinen und mittleren Einkommen um 15 Mrd. Euro, weitere Förderungen für Familien zum Beispiel durch 300 Euro mehr Kindergeld im Jahr und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums durch die Gewährung eines Baukindergeldes und die Einführung der degressiven Abschreibung für den Mietwohnungsneubau. Dies umsetzen zu können, dafür kämpfe ich.."  

Autor: bz

"Mein Herz schlägt für..."

"Meine Familie, Europa, Deutschland, den SC Freiburg, das Badnerlied und meine Ortenauer Heimat. Hier sind meine Wurzeln..."  

Autor: bz

"An die Nieren geht mir..."

"Gesundheitlich geht es mir gut, aber: Die unsichere Weltlage beunruhigt mich, nicht zuletzt in Korea. Europa muss eine stärkere Rolle in der Weltgemeinschaft spielen. Die Auseinandersetzungen in Syrien sind schrecklich. Wir müssen mehr für Afrika tun und einen Beitrag leisten, dass die Menschen dort eine Perspektive haben..."  

Autor: bz

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» Ziel1

Wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit der Natur
Ziel 2
Ausbau der Verkehrswege und der digitalen Infrastruktur - mehr Mobilität mit weniger Lärm
» Ziel 3
Gute Nachbarschaft mit dem Elsass und Frankreich

... für die Bundespolitik

Ziel 1
Schuldenabbau und Steuerentlastung
» Ziel 2
Stärkung der Familien durch Einführung des Baukindergelds
Ziel3
Eine gute Bildungspolitik und die Sicherung der Renten  

Autor: bz

"Beweglichkeit in der Politik..."

"ist in einem gewissen Maße notwendig, wenn man zu Lösungen kommen will. Wenn jeder auf seinem Standpunkt beharrt, kommen wir in unserer Gesellschaft nicht weiter. Das heißt allerdings nicht, seinen Standpunkt nur um der Lösung willen aufzugeben. Gute Argumente braucht es schon."  

Autor: bz

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"Das weiß Gott allein. Nach dem 24. September hoffentlich erneut in den Deutschen Bundestag. Ich bin Parlamentarier mit Leib und Seele. Hier kann ich mich um die großen und kleinen Anliegen der Menschen kümmern..."  

Autor: bz

ZUR PERSON: Wolfgang Schäuble

Der Ortenauer Spitzenpolitiker wurde als Sohn des Steuerberaters und Mitglied des damaligen badischen Landtags, Karl Schäuble, und dessen Ehefrau Gertrud geboren. Zwei Brüder. Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Hamburg. 1968 bis 1970 Rechtsreferendar, anschließend Finanzamt Freiburg. 1969 Hochzeit mit Ehefrau Ingeborg, vier Kinder.
Geboren: 18. September 1942 in Freiburg, aufgewachsen in Hornberg
Wohnort: lange Zeit Gengenbach, seit wenigen Jahren Offenburg
Beruf: Bundesfinanzminister

Karriere: Rechtsreferendar, Regierungsrat beim Finanzamt Freiburg
Ausbildung: Studium
Parteimitglied: seit 1965

 

Autor: bz

NACHGEHAKT: Info

Schon für alle möglichen Spitzenämter gehandelt

Minister oder Staatssekretäre aus der Ortenau gab es schon zuhauf, man denke nur an Harald B. Schäfer (SPD), Willi Stächele oder Helmut Rau (beide CDU) oder, im weitesten Sinne, auch Wolfgang Schäubles Bruder Thomas, die in der jüngeren Vergangenheit jeweils für ein paar Jahre die Landespolitik von Stuttgart aus mitgestalteten. Doch an die politische Karriere eines Wolfgang Schäuble, zumal noch auf Bundesebene, war aus der Region zwischen Lauf im Norden und Ringsheim im Süden, dem Rhein im Westen und Bad Peterstal-Griesbach und Oberwolfach im Osten nie einer auch nur ansatzweise herangekommen. Seit sage und schreibe 45 Jahren gehört Schäuble inzwischen dem Bundestag an – und ständig holte er seither im Wahlkreis Offenburg das Direktmandat. Hinterbänkler? Höchstens am Anfang. Sieben Jahre nach seinem Einzug wurde er parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion. Bereits am 15. November 1984 – also vor fast 33 Jahren! – berief ihn der damalige Bundeskanzler Kohl zum Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. 1989 wechselte er auf den Posten des Bundesinnenministers, in dieser Funktion wurde er für die Bundesrepublik zusammen mit Günther Krause (ehemals DDR) nach dem überraschenden Fall der Mauer und dem bevorstehenden Ende der Deutschen Demokratischen Republik Verhandlungsführer auf dem Weg zum Einigungsvertrag. Dies vor Augen, war es kaum überraschend, dass Kohl, der sich gerne als Kanzler der Einheit sah, Schäuble, den damals so engen Mitarbeiter, 1997 zum Wunschkandidaten als Nachfolger erklärte. Kohl war kurz nach dem schlimmen Attentat vom 12. Oktober 1990 von Oppenau, zu einer Wahlveranstaltung nach Offenburg angereist, um mit dem seither an den Rollstuhl gefesselten Ortenauer Solidarität zu demonstrieren: 6000 Menschen zog es damals in die Oberrheinhalle. Riesig der Beifall für den Kanzler und den Genesenden. Doch über der Spendenaffäre der CDU um 1999/2000 kam es zum Bruch zwischen beiden. Schäuble trat als Partei- und Fraktionschef zurück. Doch auch wenn er nicht mehr Kanzler und auch nicht Regierender Bürgermeister von Berlin oder Bundespräsident wurde, als die er gehandelt wurde: Als Finanzminister, der er seit 2009 ist, hat Schäuble am Kabinettstisch der Regierung Merkel/Gabriel Einfluss wie kaum ein Zweiter. Bei einem Wahlsieg der CDU wird ihm ein weiterer Ministerposten kaum zu nehmen sein.  

Autor: hrö

Autor: Hubert Röderer