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20. August 2008
530 Tage im Knast in Mexiko
Der Deutsche Frank Hornhauer saß unschuldig – jetzt ist er frei
MEXIKO-STADT (dpa) Nach 530 Tagen ist die Haft für den deutschen Unternehmer Frank Hornhauer in Mexiko zu Ende – ein Richter sprach ihn frei. "Ich bin froh, am Leben zu sein", sagte der aus Baden-Württemberg stammende Mann. Er war am 1. März 2007 wegen eines fehlerhaften Auslieferungsersuchens aus Polen in Queretaro verhaftet worden und in die Mühlen der mexikanischen Justiz geraten.
"Das Auslieferungsersuchen war ein Betrug, ohne Beweise", sagte Honorarkonsul Georg-Christoph Bauer. Das habe auch der Richterspruch bestätigt. Bauer kämpfte mit Anwalt Arnulfo Moya Vargas unermüdlich gegen die unbewegliche mexikanische Justiz, um den Unschuldigen freizubekommen. Bereits im Dezember 2007 hatte Hornhauer seine Sachen gepackt, weil ihn ein Richter freigesprochen hatte. Doch da kam ein Einspruch des Außenministeriums, der Traum der Freiheit war geplatzt.Frank Hornhauer steht vor einem Scherbenhaufen. "Der Alptraum ist noch nicht zu Ende", sagte er. "Jetzt fängt der ökonomische Alptraum an." Sein Touristikunternehmen wurde von den Behörden geschlossen, seine Bankkonten wurden gesperrt. Zahlreiche Forderungen von Kunden, die nach der Inhaftierung Hornhauers eine Reise gebucht und die Anzahlung geleistet hatten, liegen vor.
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Am Montag drückte ihm seine Bank einen Scheck über 3000 Euro in die Hand. "Das ist ein Bruchteil von dem Geld, das vor eineinhalb Jahren auf der Bank war", sagt Hornhauer. "Das ist ungesetzliche Geldentnahme durch die Bank", sagt Bauer. Die Bank habe gesagt, es stehe ihm frei zu klagen. Doch auch das kostet Geld und dauert Jahre.
Dennoch will Hornhauer nicht aufgeben. Ehemalige Angestellte haben sich gemeldet und wollen ihm dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen und das Unternehmen wieder aufzubauen. Honorarkonsul Bauer sieht eine Menge Probleme auf den Deutschen zukommen: "Frank braucht eine Therapie." Bewegung in die Sache kam erst, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel das Land besucht hatte.
Ganz frei ist er aber noch nicht. Als er entlassen wurde, standen schon Vertreter der Einwanderungsbehörde bereit, um ihn erneut einzusperren. Er hatte, weil er im Gefängnis saß, seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert. Dank Anwalt Moya und Konsul Bauer durfte Hornhauer aber auf freiem Fuß bleiben und muss nun seine Papiere in Ordnung bringen.
Autor: dpa



