Afrikanische Schweinepest

Bauernverband fordert Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine

afp, dpa

Von afp & dpa

Fr, 12. Januar 2018 um 11:03 Uhr

Panorama

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest greift unter Jägern und Bauern um sich. Der Bauernverband fordert, 70 Prozent der Wildschweine abzuschießen. Der Jagdverband hat im vergangenen Jahr indes so viele Tiere wie selten erlegt.

Angesichts einer möglichen Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest hat der Deutsche Jagdverband deutlich mehr Abschüsse von Wildschweinen in diesem Jahr gefordert. Von bis zu 70 Prozent war die Rede. Wegen der Krankheit, die in Polen und Tschechien kursiert und auf Deutschland überzugreifen droht, appellierte der Verband an Jäger, vor allem junge Wildschweine zu erlegen. Diese trügen maßgeblich zur Fortpflanzung bei. "Noch ist das Virus nicht in Deutschland", sagte Verbandspräsidiumsmitglied Wolfgang Bethe der Bild-Zeitung vom Freitag. "Doch je weniger Wildschweine pro Fläche leben, desto geringer ist im Ernstfall die Ausbreitungsgefahr über Wildtiere."

Aus Daten des Jagdverbands geht zudem hervor, dass die Furcht vor der Seuche bereits im Jagdjahr 2016/17 für Rekordabschüsse von Wildschweinen sorgte, berichtet die Bild-Zeitung ebenfalls. Demnach schossen Jäger in dieser Zeit, die von April bis Ende März dauert, über 589.000 Wildschweine oder fanden sie tot auf. Dem Verband zufolge ist das die vierthöchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen in den 30er Jahren.

Auch Agrarminister Christian Schmidt (CSU) klinkte sich in die Diskussion ein: "Eine intelligente Reduzierung des Wildschweinbestandes spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention", sagte Schmidt. Um das Ziel der Bestandsreduzierung zu erreichen, müssten auch die Schonzeiten für Wildschweine aufgehoben werden.

Die Seuche breitet sich schon seit einiger Zeit aus

Die Tierseuche breitet sich schon seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Für Menschen ist sie nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden für den Sektor und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen. Einen Impfstoff und Medikamente gibt es nicht.

Der massenhafte Abschuss von Wildschweinen ist aber umstritten. So gaben Wildökologen erst kürzlich zu bedenken, die Hauptgefahr gehe nicht von Wildschweinen aus. Viel schnellere Überträger seien "Reisende und Berufskraftfahrer", die das Virus in Lieferungen oder an ihren Schuhsohlen könnten.

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