Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
09. Februar 2012
Durchbruch zu einem See unter dem ewigen Eis
Bohrung dauerte 30 Jahre.
MOSKAU (dpa). Millionen Jahre schlummerte der See unberührt unter dem Eis. Doch nach mehr als 30-jährigen Bohrarbeiten durch fast vier Kilometer dickes Eis sind russische Forscher zum Wostok-See in der Antarktis vorgedrungen. Medien in Moskau sprachen vom größten Ereignis der Antarktis-Forschung der vergangenen 100 Jahre. Das Team habe in 3769,30 Meter Tiefe die Oberfläche des seit etwa 500 000 Jahren isolierten Gewässers erreicht. Das teilte das Ministerium für Naturressourcen in Moskau mit.
Die Mission ist umstritten. Westliche Forscher fürchten, dass das Ökosystem des größten unterirdischen Sees der Antarktis verschmutzt werden könnte. Möglicherweise existieren dort unbekannte Bakterien. Der See ist nach Angaben von Experten mehrere Millionen Jahre alt.
US-Wissenschaftler hatten ihren russischen Kollegen vorgeworfen, bei der Bohrung Kerosin und Frostschutzmittel zu verwenden. Dies könnte den unter einem Gletscher liegenden See verschmutzen. Expeditionsleiter Waleri Lukin wies dies zurück. Die Technologie sei in Grönland bereits erprobt worden, sagte er.
Werbung
Autor: dpa
