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27. September 2010

Elefanten füttern verboten!

Touristen, die in Bangkok Dickhäuter verwöhnen, müssen Strafe zahlen / Tiere sind in der Stadt zur Gefahr geworden.

  1. Kann in Bangkok teuer werden: Fütterung eines Elefanten Foto: afp

BANGKOK. Selbst wenn das Elefantenbaby, das neugierig mit seinem Rüssel die Gegend absucht, zum Liebhaben süß wirkt: Von sofort an winkt jedem Touristen, der beim Füttern eines Dickhäuters in Bangkoks Asphaltdschungel erwischt wird, eine saftige Geldstrafe von 250 Euro. Mit dem tiefen Griff ins Portemonnaie wollen die Behörden endlich die Elefanten aus der Hauptstadt verbannen, die ihnen langsam zur Last werden.

Bislang mussten nur die Mahouts, die Betreuer der Dickhäuter, zahlen, wenn sie von der Polizei erwischt wurden und auch nur dann, wenn der Beamte streng aufgelegt war. Nun sollen auch Passanten tief in die Tasche greifen, falls sie sich zu sehr mit den Elefanten einlassen. "Wir haben das seit 15 Jahren verlangt", sagt Soraida Salwalla von der Stiftung Friends of the Asian Elefant, "und hoffen, dass auch andere Städte dem Beispiel folgen werden." Thailand hat 2400 zahme Elefanten. Früher wurden sie beim Holzabbau in den Wäldern des Landes eingesetzt. Heute arbeiten die meisten Mahouts zusammen mit ihren Tieren in den Vergnügungsparks.

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Auch Touristen unternehmen gerne Ausritte auf den Tieren. Einige Besitzer gingen während der vergangenen Jahre auch dazu über, ihre Elefanten zu verleihen und sie in der Hauptstadt anschaffen zu lassen. Die Betreuer führen die Tiere bevorzugt in die Rotlichtviertel Bangkoks und zu den Nachtmärkten, auf denen sich viele Touristen tummeln. Gegen eine Gebühr von 20 Baht (etwa 50 Cent) dürfen Passanten die Dickhäuter mit Bananen, Gemüse oder Zuckerklumpen füttern.

Aber die zahm wirkenden Elefanten gleichen oft tickenden Zeitbomben. Denn die Betreuer mischen den Tieren häufig aufputschende Amphetamine ins spärliche Futter, sie sollen das Hungergefühl der Elefanten mindern, weil sie zu wenig Nahrung bekommen. Die Folge: Die aufgeputschten Tiere laufen manchmal Amok.

Bangkoks Behörden haben deshalb während des vergangenen Vierteljahrs 30 Elefanten einfangen müssen. Was den Mahouts überhaupt nicht schmeckt: Sie lassen nun die Elefanten nachts nicht mehr auf leer stehenden Grundstücken grasen, sondern verfrachten sie per Pickup in die Vororte. "Jetzt treiben sie dort ihr Unwesen", sagt Manit Techa-apichoke, der stellvertretende Sicherheitschef der Stadtverwaltung von Bangkok.

Autor: Willi Germund