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10. Februar 2012

Lindau

Ermittlungen gegen den Schönheitschirurgen Werner Mang

In 274 Fällen soll der Lindauer Schönheitschirurg Beihilfe zur Körperverletzung geleistet haben.

  1. So ein schönes Dekolletee wollen viele Frauen haben – zur Not auch mit OP, etwa in der Klinik von Werner Mang. Foto: Fotos: dpa

  2. Foto: dpa

KEMPTEN/LINDAU (dpa/BZ). Schönheitsoperationen an der Bodenseeklinik von Werner Mang werden zum Fall für die Justiz. Gegen den prominenten Professor wird wegen des Verdachts der Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Kempten bestätigte am Donnerstag einen Bericht von "Spiegel Online". Ein früherer Arzt der Klinik soll Operationen ohne Approbation durchgeführt haben. Nach dem Mann wird gefahndet. Die Klinik betonte, kein Patient sei verletzt worden, es gehe nur um eine bürokratische Frage.

"Wir haben Ermittlungen gegen den Leiter der Klinik wegen des Verdachts auf Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung in 274 Fällen eingeleitet", bestätigte Katrin Eger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kempten, den Bericht von Spiegel Online. Hintergrund seien Ermittlungen gegen einen ehemaligen Arzt der Bodenseeklinik. Der Mann stehe im Verdacht, dort ohne Approbation operiert zu haben. Nun müsse geprüft werden, ob der Leiter der Klinik von diesen Operationen wusste. Nach Angaben der Bodenseeklinik beziehen sich die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe "auf keinerlei Behandlungen oder gesundheitliche Schäden von Patienten".

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Laut Bodenseeklinik geht es lediglich um die Frage, ob der beschuldigte Arzt, der ein erfahrener Facharzt für Plastische Chirurgie sei, eine ausreichende behördliche Erlaubnis hatte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es bereits mehrere Durchsuchungen. Unter anderem wurden in der Bodenseeklinik Unterlagen beschlagnahmt. Der Aufenthaltsort des beschuldigten Mediziners ist laut Eger unbekannt. "Wir fahnden nach ihm."

In einer Presseerklärung gab die Klinik bekannt, der Arzt habe bei der Bewerbung eine Schweizer Zulassung vorgelegt und mitgeteilt, dass er für Deutschland eine beschränkte Erlaubnis zur Operation unter Aufsicht habe. Bevor er seine Operationszulassung als angestellter Arzt zurückerhalten hat, habe er in Lindau als Hospitant unter Aufsicht 15 Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Weder der Verwaltung der Bodenseeklinik noch Werner Mang sei vor diesem Hintergrund ein Vorwurf zu machen.

Mang ist durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt. Auch bei der Miss Germany-Wahl ist er seit Jahren Jurymitglied. Das wird er auch am Samstag in Rust wieder sein, wie Horst Klemmer von der Miss Germany Cooperation der Badischen Zeitung bestätigte. Es gelte die Unschuldsvermutung, deshalb habe man an der Einladung festgehalten, sagte Klemmer.

Autor: dpa