Flugzeugunglück in Algerien

Ralph Schulze

Von Ralph Schulze

Do, 12. April 2018

Panorama

Mindestens 257 Menschen sterben beim Absturz einer Militärmaschine / Ursache zunächst unklar.

Es ist das schwerste Unglück in der algerischen Luftfahrtgeschichte: Mehr als 250 Menschen sollen am Mittwoch bei dem Flugzeugabsturz in der Nähe der Hauptstadt Algier getötet worden sein. Die Militärmaschine vom russischen Typ Iljuschin stürzte offenbar kurz nach dem Start von der Militärbasis Boufarik, etwa 30 Kilometer südlich von Algier, in ein Feld. Die Unglücksursache war zunächst noch unklar.

Zunächst berichtete das algerische Fernsehen von einigen Überlebenden, die in die umliegenden Krankenhäuser gebracht worden seien. Das algerische Verteidigungsministerium erklärte später, dass es keine Überlebenden gebe. Alle 247 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder seien getötet worden. Die meisten Opfer sollen Soldaten und ihre Familienangehörigen gewesen sein. Augenzeugen berichteten, dass die Iljuschin kurz nach dem Start an Geschwindigkeit verlor. Das könnte für einen Ausfall eines oder mehrerer Triebwerke sprechen.

Auf algerischen Fernsehbildern sah man einen großen Rauchpilz über der Unglücksstelle. Das Flugzeug war beim Aufprall in mehrere Teile zerbrochen und in Flammen aufgegangen. Die Maschine war auf dem Weg von Boufarik nach Tindouf in Westalgerien, nahe der marokkanischen Grenze. In Tindouf befinden sich große Zeltlager der Sahrauis – ein Volk, das aus der von Marokko seit mehr als 40 Jahren besetzten Westsahara flüchtete und bis heute in Zeltstädten bei Tindouf lebt. Rund 160 000 Sahrauis verharren dort in der Wüste, unterstützt von Hilfsorganisationen. Etwa 30 Sahrauis sollen sich unter den Unglücksopfern befinden.

Algerien geriet in den letzten Jahren immer wieder durch schwere Flugzeugunglücke in die Schlagzeilen. Zuletzt stürzten im Jahr 2014 gleich zwei Maschinen ab. Im Juli war eine Passiermaschine der Fluggesellschaft Air-Algérie über der Wüste Malis verunglückt. 118 Menschen starben, darunter eine vierköpfige deutsche Familie. Im Februar 2014 war im Osten Algeriens ein Militärtransporter beim Landeanflug auf die Stadt Constantine zerschellt. Dabei starben 77 Menschen. 2003 waren bei einem Absturz einer weiteren Air-Algérie-Maschine 102 Menschen umgekommen.