Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

03. Februar 2009

Freude auf Zypern, Staus in Spanien

Schnee II: Winterwetter füllt Stauseen und behindert Verkehr

  1. Diese Frau in Brüssel schiebt ihr Fahrrad lieber. Foto: AFP

ROM/MADRID/LIMASSOL. In vielen Teilen Europas haben heftige Schneefälle gestern den Berufsverkehr behindert. In Norditalien bedeckten Eis und Schnee insgesamt 800 Kilometer des Autobahnnetzes, in Belgien staute sich der Verkehr auf mehr als 400 Kilometern. Auch im Norden Frankreichs sorgten Eis und Schnee für chaotische Verhältnisse. Auf Zypern freuten sich die Bewohner dagegen über Schnee und Regen – auf der Insel war seit zwei Jahren kein nennenswerter Niederschlag mehr gefallen.

SPANIEN

In Nord- und Mittelspanien beeinträchtigten heftige Schnee- und Regenfälle den Straßenverkehr. Die Behörden gaben für Teile des Landes Unwetteralarm. Zahlreiche Bergpässe waren gesperrt oder nur mit Schneeketten befahrbar. Im südspanischen Malaga wurden 25 Menschen verletzt, als ein Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern über die Hafenmetropole an der Costa del Sol hinwegfegte.

FRANKREICH

Am Pariser Airport Charles de Gaulle fielen bis zu 30 Prozent der Starts aus. Geduld brauchten die Franzosen auch auf den Straßen. Allein im Großraum Paris staute sich der Verkehr auf 230 Kilometern. Der öffentliche Nahverkehr lief nur eingeschränkt. In einigen Orten kamen Kinder nicht zur Schule, weil die Behörden den Busverkehr einstellten.

Werbung


ITALIEN

In Italien wurden an den Flughäfen Bergamo und Mailand 20 Flüge gestrichen. Regenfälle und heftige Stürme behinderten den italienischen Schiffsverkehr, der Hafen von Genua wurde gesperrt. 5600 Ortschaften seien von Überschwemmungen oder Erdrutschen bedroht, warnte der Chef des Zivilschutzes, Guido Bertolaso, am Montag. In Süditalien gab es am Wochenende drei Unwettertote. Bei Trapani auf Sizilien starb ein Mann in den Schlammfluten eines über die Ufer getretenen Flusses, ein Jugendlicher wurde bei einem durch den Sturm verursachten Autounfall getötet. In Apulien erfror ein Obdachloser.

ZYPERN

Nach zwei Jahren ohne nennenswerte Niederschläge hat es auf Zypern nun heftig geregnet. Mehr als acht Millionen Kubikmeter Wasser flossen in die Stauseen, die damit knapp zwei Monate vor dem Ende des Winter zu zehn Prozent gefüllt sind. Die aufgefangene Wassermenge hat damit fast den Vorjahresstand erreicht. "Und der Winter ist ja noch nicht zu Ende", frohlockte ein Sprecher der staatlichen Wasserwerke. Freude bereiten vor allem die – für Zypern – gewaltigen Schneemengen im Trodosgebirge. Auf dem 1958 Meter hohen Mount Olympus liegt fast ein halber Meter Schnee. Die Wintersportbedingungen sind ideal, die Betreiber der drei kleinen Schlepplifte hochzufrieden. Allerdings könne nach den Niederschlägen der letzten Tagen noch längst nicht von einem Ende der vierjährigen Dürreperiode gesprochen werden, warnt der Regierung. Die Bevölkerung feiert dennoch bereits das Ende der Dürre. Zehntausende von Zyprioten strömten am Wochenende in die Berge.

Autor: dpa