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06. Dezember 2010
Ägypten
Hai beißt deutsche Touristin im Roten Meer tot
Eine deutsche Urlauberin ist bei einem Haiangriff am Sonntag im ägyptischen Ferienort Scharm el-Scheich ums Leben gekommen. Die 70-Jährige badete im Wasser vor ihrem Hotelstrand, als der Hai angriff und ihr den rechten Unterarm sowie einen Schenkel abriss.
KAIRO. Eine deutsche Urlauberin ist bei einem Haiangriff am Sonntag im ägyptischen Ferienort Scharm el-Scheich ums Leben gekommen. Die 70-Jährige badete im Wasser vor ihrem Hotelstrand, als der Hai angriff und ihr den rechten Unterarm sowie einen Schenkel abriss. Die Frau konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.
Haiangriffe im Roten Meer sind äußerst selten. Aber seit dem 30. November waren bereits vier Schnorchler aus Russland und der Ukraine in den Gewässern vor Scharm el-Scheich von einem Weißspitzen-Hochseehai angegriffen und zum Teil schwer verletzt worden. Die Behörden hatten dann vor zwei Tagen siegessicher verkündet, sie hätten zwei der in die ursprünglichen Attacken verwickelte Haie, gefangen. Die ägyptische Umweltgruppe HEPCA meldete aber Zweifel an, nachdem die Fotos der gefangenen Haie nicht mit den Beschreibungen des an den Angriffen beteiligten Tieres übereinstimmten. "Es ist klar, dass es sich nicht um den gleichen Hai handelt", so HEPCA.
Konfus ist die Reaktion der Behörden. Sie hatten die Strände vor Scharm el-Scheich für Badegäste nach den Attacken auf die Schnorchler schließen lassen, sie aber nach dem vermeintlichen Fang der Haie wieder geöffnet. Außerdem hatten sie sieben Stellen durchkämmt, die bei Schnorchlern beliebt sind. Dann starb nach einem neuen Angriff die Deutsche. Nun wurden die Strände wieder gesperrt.
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"Ein Hai kann Hunderte von Kilometern schwimmen, da macht es wenig Sinn einzelne Strände zu schließen", meint der ägyptische Meeresbiologe Mahmud Hanafy von der Suezkanal-Universität. Er verstehe das ganze Aufsehen nicht, sagt er. "Jedes Jahr gibt es in Ägypten acht Millionen Tauchgänge. Wenn es auf einer Straße einen Verkehrsunfall gibt, dann sperrt man auch nicht die gesamten Straßen des Landes ab." Eine Rotmeer-Tauchführerin, die anonym bleiben will, erklärte am Telefon der BZ, dass es sich bei Weißspitzen-Hochseehai um eine sehr neugierige Art handelt, die aber normalerweise dem Menschen nicht gefährlich wird. "Das geschieht nur, wenn die Menschen Fehler machen", sagt sie. Das Problem sei, dass sich vor allem russische Touristen gerne in Scharm el-Scheich mit Haien fotografieren lassen – als Souvenir. Dazu werfen einige der Touristenunternehmen von Booten aus tote Schafe ins Wasser, um die Haie anzulocken. Damit kämen die Haie nicht nur in Küstennähe, sondern beginnen Menschen mit ihrem Futter zu assoziieren.
Autor: Karim El-Gawhary
