Himmelbetten und gefälschte Reisepässe

Barbara Munker

Von Barbara Munker (dpa)

Sa, 14. April 2018

Panorama

16 Monate nach dem Tod von Zsa Zsa Gabor wird der Nachlass der Filmdiva versteigert.

BEL AIR. Ein letztes Mal soll Zsa Zsa Gabor über den roten Teppich laufen. So wünscht es ihr Witwer, der deutsche Frederic Prinz von Anhalt. Vor der gemeinsamen Bel-Air-Villa, wo die Schauspielerin bis zu ihrem Tod mit 99 Jahren im Dezember 2016 lebte, hat der 74-Jährige einen roten Teppich neben riesigen Fotowänden ausgerollt. Von einem Dutzend Magazin-Covern strahlt die Diva glamourös die Gäste an.

Am heutigen Samstag wird ihr Nachlass versteigert. Fast 1000 Gegenstände, darunter Schmuck, Gemälde, Möbel und teure Designerroben kommen unter den Hammer. Es ist "das letzte Kapitel" in dem Leben der in Budapest geborenen Schauspielerin und früheren "Miss Ungarn", sagt von Anhalt, ihr neunter Ehemann, der vor mehr als 30 Jahren in Gabors langjährige Prunkresidenz eingezogen ist. Doch in den nächsten Monaten will der Wahl-Kalifornier seine Koffer packen. 2013 hatte ein Investor die Villa für knapp 15 Millionen Dollar gekauft.

Alles in der 50er-Jahre-Residenz erinnert an Gabor. Die frühere Schönheitskönigin strahlt von riesigen Gemälden, ihr Schmuck ist in Vitrinen zur Schau gestellt – ebenso zwei Reisepässe aus den 1960er Jahren, in denen Gabor ihr Geburtsjahr falsch angegeben und sich damit verjüngt hatte. Im Wohnzimmer mit Blick auf den Pool stehen verschnörkelte Möbel und ein Steinway-Flügel aus dem Jahr 1927. "Darauf haben schon Frank Sinatra und Sammy Davis Junior gespielt", sagt von Anhalt. Für das Instrument sei bereits am Donnerstag ein 12 000-Dollar-Angebot eingegangen. Ein Gabor-Porträt von der Künstlerin Margaret Keane soll mindestens 11 000 Dollar einbringen.

Bei der Auktion am Samstag können die Preise noch in die Höhe schießen, sagt Carolyn Mani vom Auktionshaus Heritage Auctions in Beverly Hills, die eine Million Dollar für den gesamten Nachlass ansetzen möchte. "Mir ist es im Grunde egal, was am Ende herauskommt", sagt der Prinz. Geldsorgen habe er keine. Für knapp sechs Millionen Dollar kaufte er kürzlich eine Eigentumswohnung in Los Angeles. Auch in Berlin will er bald ein Standbein haben. "In Berlin geht die Post ab, das kann man etwa mit Los Angeles vergleichen", so von Anhalt, der einen Teil des Geldes an die Obdachlosenhilfe spenden möchte. "Dafür hat meine Frau immer viel gespendet. Es ist in ihrem Sinne, dass ich das fortführe." Natürlich behalte er etliche Erinnerungsstücke. "Das Wichtigste ist die Urne mit der Asche meiner Frau, die bleibt bis ans Lebensende bei mir".