Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

30. August 2008

Keine Spur vom Millionär

Die Villa ist ausgebrannt, die Familie Foster verschwunden / Britische Polizei steht vor Rätsel

  1. Die Villa der Familie ist nur noch eine Ruine. Foto: dpa

  2. Christopher Foster mit Ehefrau Jillian und Tochter Kirstie

LONDON (dpa) Christopher Foster grillte angeblich noch ganz fröhlich mit Freunden, als wenig später seine Villa in Flammen stand. Seitdem ist der britische Millionär mitsamt seiner Familie verschwunden. Die Polizei fand bisher nur tote Tiere und Zerstörung auf dem ausgebrannten Anwesen in der westenglischen Grafschaft Shropshire. Der Fall gibt den Beamten seit Dienstag Rätsel auf.

War Foster verschuldet? Setzte er sich ins Ausland ab? Tötete er seine Familie und dann sich selbst? Oder wurde er von Neidern umgebracht? Um Licht ins Dunkel zu bringen, drangen die Ermittler am Freitag erstmals in das Innere des zerstörten Hauses nahe der Ortschaft Maesbrook vor. Nach Medienberichten soll das Anwesen von innen verbarrikadiert gewesen sein. Draußen waren bereits tote Pferde und Hunde gefunden worden.

Zwar geht die Behörde von Brandstiftung aus, doch ob die Familie bei dem Brand im Haus war oder ihn selbst gelegt hatte, war unklar. Fest steht nur, dass es von dem 50-jährigen Geschäftsmann, seiner Frau Jillian (49) und seiner 15-jährigen Tochter Kirstie seit dem Brand kein Lebenszeichen gibt. Und dass unsaubere Geschäfte liefen, wird auch immer klarer.

Werbung


Foster kam zu seinem Vermögen, weil er Dämmstoffe für Ölplattformen herstellte. Doch seine Firma Ulva wurde im vergangenen Jahr liquidiert, Klagen von Lieferanten waren angeblich anhängig und Foster hatte wohl auch Steuerschulden von umgerechnet fast einer Million Euro. Die Aussicht, nun auch sein Anwesen zu verlieren, sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, sagten Nachbarn nach Angaben der Zeitung Sun.

Auch meldeten sich ehemalige Geschäftspartner zu Wort. Foster sei ins Ausland geflohen, sagte Leo Dennis, der 2006 von dem Vorwurf freigesprochen wurde, Foster erpresst zu haben. Foster habe Immobilien, von denen niemand wisse. "Er kann dort einfach verschwinden."

Die Polizei äußerte sich zu den Vermutungen nicht. Bestätigen wollte sie auch nicht, dass Patronen und Blutlachen auf dem Gelände gefunden wurden. "Es liegen viele Trümmer auf dem Gelände, und es wird einige Tage dauern, wahrscheinlich mehrere Wochen, um die Ermittlungen abzuschließen", sagte Superintendent Gary Higgins.

Autor: dpa