Varroa-Milbe

Neue Hoffnung für die Bienen

epd

Von epd

Sa, 13. Januar 2018 um 16:55 Uhr

Panorama

Forscher der Universität Hohenheim entdecken durch Zufall ein Mittel gegen die gefährliche Varroa-Milbe – es wird sonst eigentlich als Enteiserlösung verwendet.

Durch Zufall haben Forscher der Universität Hohenheim ein Mittel gegen den Bienen-Parasiten Varroa-Milbe entdeckt. Nach mehr als 25 Jahren Forschung im weltweiten Kampf gegen den Parasiten, der Bienenvölker komplett ausrottet, stehe nun mit Lithiumchlorid ein Mittel zur Verfügung, das völlig anders wirke als alles Bisherige, teilte die Universität am Freitag in Stuttgart mit. Es sei nach derzeitigem Kenntnisstand für Bienen und Menschen unschädlich, verursache keine Rückstände und Resistenzen, und könne über das Futter verabreicht werden.

Das Lithium-Salz wird bisher unter anderem als Trocknungsmittel und Enteiserlösung verwendet. In der Humanmedizin komme es als Antidepressivum zum Einsatz. Auf die Spur der Wirkung gegen die Milbe kamen die Hohenheimer Forscher zufällig im Zusammenhang mit einer anderen Anti-Varroa-Forschung.

Sie hatten erfolgreich versucht, Genbruchstücke in die Varroa-Milben einzuschleusen. Diese an die Bienen verfütterten Bruchstücke nahmen die Milben beim Blut saugen an der Biene auf – mit der Folge, dass bei ihnen lebenswichtige Stoffwechselprozesse ausfielen. Die Methode funktioniere, sei aber teuer und aufwendig, erläuterten die Forscher.

Sie bemerkten bei Kontrollexperimenten mit anderen, eigentlich unwirksamen Genbruchstücken, dass "etwas in der Mischung den Milben nicht bekam, während die Bienen keinen Schaden nahmen". Nach zwei Jahren Experimenten stießen sie schließlich auf den Mischungsbestandteil Lithiumchlorid als effektiven Wirkstoff. Das sei ein Durchbruch in der Varroa-Milben-Bekämpfung, denn "Lithiumchlorid ist einfach herzustellen, relativ preiswert, und unkompliziert zu lagern".