Polizei erschießt Mann in Fulda

dpa

Von dpa

Sa, 14. April 2018

Panorama

Beamte wurden angegriffen.

FULDA. Vor einer Bäckerei in Fulda hat die Polizei einen Mann erschossen, der zuvor randaliert und Menschen angegriffen haben soll. Der Mann habe am frühen Freitagmorgen Angestellte der Bäckerei und einen Lieferfahrer verletzt, einige von ihnen schwer, teilte eine Polizeisprecherin mit. Als die Beamten gegen 4.20 Uhr am Tatort eintrafen, habe der Mann sie mit Steinen und vermutlich einem Schlagstock attackiert. Daraufhin hätten die Polizisten zur Schusswaffe gegriffen.

Die Bäckerei hatte nach Angaben der Ermittler zu dem Zeitpunkt noch nicht geöffnet. Bei dem getöteten, mutmaßlichen Randalierer handelte es sich um einen 19-jährigen Afghanen, der in einer benachbarten Flüchtlingsunterkunft nahe dem Tatort wohnte, sagte Harry Wilke von der Fuldaer Staatsanwaltschaft der Deutschen Presseagentur. Die Hintergründe des Angriffs seien noch unklar – auch ob der Mann unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand. Der Sprecher der Bäckerei, Thomas Bertz, sagte: "Unseren beiden Mitarbeitern geht es den Umständen entsprechend gut, aber unser Fahrer musste ins Krankenhaus." Er sei mit Steinen beworfen worden. Durch das Schaufenster der Bäckerei zog sich nach dem Vorfall ein Riss, zwei Einschlagstellen waren zudem zu erkennen. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde auch ein Polizist verletzt. Das hessische Landeskriminalamt (LKA) wurde als unabhängige Behörde in die Ermittlungen eingeschaltet. Das sei bei tödlichem Schusswaffengebrauch von Polizisten immer der Fall, erklärte ein LKA-Sprecher. Im Jahr 2017 habe die Polizei in Hessen in fünf Fällen auf Menschen geschossen, dabei seien zwei Menschen ums Leben gekommen.