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21. Oktober 2009 00:02 Uhr

Unliebsamer Film

Proteste gegen Bananenkonzern

Mit schwerem juristischem Geschütz hat der Fruchtkonzern Dole versucht, eine Dokumentation des schwedischen Filmemachers Frederik Gertten zu stoppen. Doch die Attacke des Bananen-Multis ging nach hinten los.

  1. Dole ist ein multinationaler Konzern – doch der Film „Bananas“ stößt ihm sauer auf. Foto: bz

STOCKHOLM. Sie löste in der Heimat des Autors so heftige Proteste aus, dass nun Dole selbst in die Knie ging. Aus "Rücksicht auf die Meinungsfreiheit" zog der Konzern die Verleumdungsklage gegen Gertten zurück.

Dessen Film "Bananas!" handelt von den Arbeitsbedingungen der Fruchtpflücker in Doles Plantagen in Nicaragua. Die Pflanzen wurden mit Giften besprüht, auch nachdem die Benutzung von diesen in den USA verboten war und der Produzent die Lieferungen wegen der Gesundheitsgefahr eingestellt hatte.

Die Leiden der Arbeiter

Tausende Arbeiter erlitten schwere Schäden: Sterilität, Nierenversagen, Krebs, und auch die Frauen, die die Kleidung der Plantagenarbeiter wuschen, wurden krank. Gertten schildert den Kampf eines Anwalts für zwölf der Geschädigten in einem Prozess gegen den mächtigen Konzern.

Doch als der Dokumentarfilm auf einem Festival in Los Angeles gezeigt werden sollte, zwang Dole die Veranstalter, ihn aus dem offiziellen Wettbewerbsprogramm zu streichen. Als "Bananas!" dann im Nebenprogramm lief, schickte der Konzern seine Advokaten in den Kinosaal und verklagte den Filmemacher und seine Produzentin daraufhin, weil sie Lügen über Dole verbreitet hätten.

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Die Folgen des unliebsamen Filmes für Dole

Die winzige Filmgesellschaft, die im Jahr 700 000 Euro umsetzt, nahm den Kampf gegen Milliardenkonzern auf – und bekam in Schweden massive Unterstützung. Verbraucher kündigten an, nie wieder eine Dole-Banane essen zu wollen, eine Hamburgerkette strich den Dole-Obstsalat von ihren Speisekarten und die größte Lebensmittelkette drohte dem Konzern an, künftig auf seine Waren zu verzichten.

Als Gertten seinen Film im Stockholmer Parlament vorführte, erklärten sich Abgeordnete aus allen Lagern solidarisch mit seinem Anliegen und verurteilten den Angriff des Konzerns auf die Meinungsfreiheit. Da gab der Bananenriese klein bei. Wegen der starken Reaktionen ziehe man die Klageforderung zurück, teilte die Firmenzentrale jetzt mit.

Zwar meine Dole weiterhin, das Recht auf seiner Seite zu haben. Doch man sei ein starker Anhänger der Meinungsfreiheit, die in Schweden und den USA so wichtig sei. "Phantastisch", kommentierte die "Bananas!"-Produzentin Margarete Jangård, jetzt könne sich das Team statt aufs Aktenlesen wieder aufs Filmemachen konzentrieren.

Autor: Hannes Gamillscheg