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29. September 2011
Vdieodreh
Rihanna zu sexy - Bauer jagt sie vom Feld
Nur mit einem knappen Bikini bekleidet, posierte Popsängerin Rihanna in ländlicher Idylle nahe der nordirischen Stadt Bangor für einen Videodreh. Der Landbesitzer fand das Outfit des Stars zu sexy und zog die Dreherlaubnis zurück.
LONDON. So hatte sich Rihanna das nicht vorgestellt. Sie wollte ja nur Aufnahmen für ein neues Popvideo machen, in einem irischen Kornfeld. Ein Farmer in der nordirischen Grafschaft Down, nahe dem Städtchen Bango, hatte ihr sein Feld zu diesem Zweck überlassen. Das Problem war nur: Der Farmer, Alan Graham, hatte keine Ahnung, wer die 23-jährige Sängerin war, die da auf seinem Land herumhopsen wollte. Und der – im Rest der Welt für ihre gewagten Filmclips berühmten – Rihanna war offenbar nicht bewusst, dass ihre Reize im gottesfürchtigen Ulster die falsche Resonanz hervor rufen könnten.
Hätte ihr Filmteam sich besser informiert, wäre es vielleicht auf die Bibelworte gestoßen, die Graham in großen Lettern auf seine Scheune gemalt hatte. Doch um die religiösen Überzeugungen des Farmers hatte sich, vor den Aufnahmen für Rihannas neue Single "We found Love" in Alan Grahams Feld, dummerweise niemand gekümmert. Das rächte sich, als die Sängerin ihr langes, blau-weiss-rot-kariertes Gewand abstreifte und außer in Jeans nur noch in einem relativ knapp bemessenen Bikini-Top dastand, das sie dann irgendwann auch noch ins Korn pfefferte.
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Für einen wackeren Protestanten, unionistischen Gemeinderat, Nichtalkoholiker und Vater von vier Kindern war das zu viel – oder eher zu wenig – an angemessener Bekleidung. Graham schritt ein und verbot die weiteren Filmarbeiten – zum Leidwesen Hunderter von Nachbarsfamilien, die zu diesem Zeitpunkt vom Straßenrand her den Rihanna-Rummel mit größtem Interesse verfolgten.
"Es wurde mir einfach klar, dass die Dinge einen Punkt erreicht hatten, an dem sie für mich nicht länger akzeptabel waren", meinte der 61-Jährige. Von Rihanna-Nummern wie "Rude Boy" oder "S&M" hatte der schockierte Farmer bis dahin, wie er später gestand, nie etwas gehört. Als man ihn am Montag um sein Kornfeld gebeten hatte, da habe ihm jemand erklärt, dass es sich bei Rihanna um einen der größten Popstars überhaupt handelte. "Ich selbst bin etwas ungebildet in diesen Dingen, wie ich zugeben muss."
Graham beteuert aber, dass er sich mit der Sängerin "ohne böse Worte" verständigt hätte. Er habe ihr nur höflich zu verstehen gegeben, dass es "so nicht" gehe auf seinem Feld. "Wir haben uns die Hand gegeben und uns freundlich voneinander verabschiedet. Ich habe absolut nichts gegen Rihanna und ihre Freunde. Vielleicht finden auch sie eines Tages Zugang zu einem größeren Gott."
In Belfast, wo Rihanna dieses Wochenende drei (schon lang ausverkaufte) Konzerte gibt, hat die Konfrontation auf dem Feld seither noch ihr politisches Nachspiel gehabt.
Im Stormont-Parlament prophezeite der eher weltlich orientierte Unionist Mike Nesbitt, dass sich Nordirland nach diesem Vorfall an internationalen Showbusiness-Aufträgen wohl nicht mehr viel erhoffen könne. Er verstehe eh nicht, was an der Sache so anstößig gewesen sein solle. Die Sängerin habe ja "nicht mehr getan, als Blau-Weiss-Rot zu tragen" – also die Farben der Union. Er würde ihr sein Feld sehr gerne zur Verfügung stellen, sagte Nesbitt.
Autor: Peter Nonnenmacher
