UND SONST NOCH: Adieu Grand Est?

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Sa, 31. Dezember 2016

Panorama

Warum eine Wahl wieder alles umschmeißen kann.

Die neue Ostregion ist gerade erst geboren, da sieht mancher schon ihr Ende nahen. Ihr Vater, Staatspräsident François Hollande, steht 2017 nicht mehr zur Wahl. Und wenn seine konservative Konkurrenz siegt, will sie die Zwangsehe des Elsass mit Lothringen und der Champagne wieder scheiden.

An dieser Verwaltungs- und Gebietsreform haben die Elsässer schwer geschluckt. Keiner hat sie gefragt, ob sie Teil einer Ostregion werden wollen, so groß wie Belgien. Die Korsen durften bleiben, was sie waren. Den Elsässern blieb das verwehrt. Philippe Richert, früher Präsident der Region Alsace, inzwischen dasselbe von "Grand Est", steht im Verdacht, er habe mit den Sozialisten zu schnell paktiert. Unsinn, beteuert er. Das Elsass sei weder Verlierer, noch habe man aufgehört, seine Interessen zu verteidigen. "Hört endlich auf, den Leuten einzureden, das Elsass werde verschwinden!"

Zu manchen dringt er damit einfach nicht durch. Trotzig schauen sie nach Paris. Neulich, als die Repräsentanz der Region Alsace, die es nicht mehr gibt, nach Jahren des Umbaus wiedereröffnete, in bester Lage an den Champs-Élysées, lud man Hollande persönlich zum Empfang. Seht her, wir sind noch da und halten an unserem Pariser Haus fest. Es grummelt also immer noch gewaltig. Kommt 2017 die Rolle rückwärts – Adieu Grand Est, Bonjour l’Alsace?