Wetterphänomen

Woher der besondere Geruch nach einem Sommerregen kommt

Moritz Neufeld

Von Moritz Neufeld

Di, 03. Juli 2018 um 16:57 Uhr

Panorama

Wer am Dienstag in der Region draußen unterwegs war, wurde nass. Doch nicht nur das: Der typische Duft nach Regen stieg in die Nase. Für den braucht es drei Zutaten – und lange Trockenheit.

Der Duft, der bei Regen nach langer Trockenheit aufsteigt, hat sogar einen eigenen Namen: Petrichor. Der Begriff setzt sich aus zwei griechischen Bestandteilen zusammen: "Petros" bedeutet Stein und "ichor" ist dem Mythos zufolge die Flüssigkeit, die durch die Adern der Götter fließt. Das Wort tauchte zum ersten Mal 1964 in der Fachzeitschrift "Nature" auf – die beiden Forscher I. J. Bear und R. G. Thomas hatten sich den Begriff ausgedacht.

Warum es besonders gut riecht, wenn es vorher lange trocken war

Bear und Thomas hatten herausgefunden: Der Grund, warum nach einem Sommerregen oft ein angenehmer Geruch aufsteigt, ist ein Naturphänomen. Für Petrichor braucht es drei Zutaten. Erstens: Steinstaub. Der besteht aus Mineralien und sammelt sich überall an, wenn es lange trocken bleibt. Die zweite Komponente kommt von Pflanzen. Diese sondern Öle und andere Geruchsstoffe ab, die dann einen Film auf der Blattoberfläche bilden. Und der dritte Bestandteil von Petrichor ist ein Duftstoff aus der Erde namens Geosmin – der sorgt für den typisch erdigen Geruch – und übrigens auch für den Geschmack von Roter Bete.

Feine Nasen riechen den Regen, bevor er da ist

Wenn der Regen nach langer Trockenheit auf den Boden trifft, lösen die Tropfen die drei Stoffe und treiben den Duft aus den Poren. Darum können feine Nasen den Regen auch schon riechen, bevor er da ist: Wenn der Wind aus einem Gebiet kommt, in dem es schon regnet, trägt er den Duft heran, ehe der Niederschlag kommt.

Auf Hawaii: 130 Wörter für Regen

Petrichor ist also das Wort für den Duft nach einem Regenguss. Doch Deutsch hinkt anderen Sprachen hinterher, wenn es darum geht, den nassen Niederschlag zu beschreiben: Im Hawaiianischen gibt es 130 Ausdrücke für Regen, weiß das Magazin des Vokabeltrainers "phase6". So steht etwa "ua hanai" für nährstoffreichen Regen und "ua’awa" für kalten Regen aus den Bergen. Sogar ein Wort für "Regen, der einen Regenbogen zaubert" gibt es: "uakoko". Kein Wunder: Auf Hawaii regnet es an manchen Orten an über 300 Tagen im Jahr. Da kann Freiburg mit laut Wikipedia im Schnitt knapp über 170 Tagen nicht mithalten.