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25. August 2011

SPD-Fraktion

Papstbesuch: Bauarbeiten am Flugplatz stoßen auf Kritik

Die Fraktion ist über das Ausmaß der Eingriffe für den Papstbesuch verärgert / Rathaus und Diözese weisen die Kritik zurück.

  1. Foto: Michael Bamberger

  2. Bauen für den Papstbesuch auf dem Flugplatzgelände: Am Wolfsbuck (rechts) wird Mutterboden abgelagert, der bei den Straßenarbeiten anfällt. Das Foto entstand vor zwei Wochen, als der Aufbau der Bühne gerade begonnen hat. Inzwischen wächst er gen Himmel (Bild unten). Foto: Sasse/Bamberger

Die SPD-Fraktion ist verärgert über das Ausmaß der Eingriffe auf dem Flugplatzgelände für den Papstbesuch. Das sei dem Gemeinderat so nicht bekannt gewesen, kritisiert der bau- und umweltpolitische Sprecher Hans Eßmann in einem Schreiben an den Oberbürgermeister. Das Rathaus wies gestern die Kritik umgehend als unzutreffend zurück. Die Erzdiözese verwies auf die naturschutzrechtliche Genehmigung.

Staub wirbelt auf. Ein halbes Dutzend Bagger und genau so viele Lastwagen sind auf dem riesigen städtischen Gelände zugange. Ein riesiger Kran baut die ebenfalls riesige Bühne auf. Sie erhält eine spezielles Membrandach, das in den daneben stehenden Zelten bespannt wird. Auch eine erste Lieferung von Dixi-Klos ist angekommen. "Wir sind voll im Zeitplan", sagt Robert Eberle, Sprecher der Diözese.

Die Aktivitäten haben aber nun die Genossen auf den Plan gerufen. Bei einer Besichtigung sei ihnen klar geworden, "dass ein erheblicher Eingriff in Natur und Landschaft vorliegt, dessen Ausmaße so nicht bekannt waren." Die Grasfläche sei in weiten Teilen freigeräumt, der östliche Teil des Wolfsbuck sei gerodet worden: "Es schaut nur noch die nackte Erde hervor." Die Fraktion kritisiert auch, dass die Umbauten am Flugplatz lediglich in einem Informationspapier für den Hauptausschuss des Gemeinderats dargestellt wurden, und zwar "sehr allgemein".

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Die Stadtverwaltung widerspricht. Am Wolfsbuck seien rechtzeitig vor der Brutzeit der Vögel im März lediglich ein paar Büsche entfernt worden, sagt Rathaussprecher Toni Klein. Nicht nackte Erde, sondern Mutterboden sei zu sehen, der bei den Arbeiten in größerem Umfang angefallen sei und nach der Zwischenlagerung wieder an den Ursprungsort zurück transportiert werde. "Alles wird in ein paar Monaten so aussehen wie vorher."

Bezahlen wird das komplett die Erzdiözese. Der Aufwand mache einen erheblichen Teil der elf Millionen Euro Gesamtkosten aus, mit denen die Diözese kalkuliert, sagt Sprecher Eberle. Die braunfleckige Beißschrecke in ihrem Biotop am Flugplatz werde so geschützt sein wie nie zuvor: mit Zaun und Bewachung.

Für Gesprächsstoff sorgen nicht nur die Bauarbeiten, sondern auch Gerüchte rund um den Papstbesuch am 24. und 25. September. Ins Reich der Fabel weist Rathaussprecher Klein die Behauptung, es habe Überlegungen gegeben, die Flüchtlingsbaracken am Flugplatz hinter Riesentransparenten verschwinden zu lassen. Und, versichert Robert Eberle, es werde kein Operationssaal unter dem Altar gebaut. "Genau so wenig wie ein Fluchttunnel nach Rom."

Autor: Uwe Mauch