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11. April 2010 17:46 Uhr

Ex-Funpark

DOG-Park in Freiburg eröffnet – Dorfdisko lässt grüßen

An Arschgeweihen und Vokuhila-Frisuren hat es bei der Eröffnung des DOG-Parks in Freiburg nicht gemangelt. Zur Eröffnung des Ex-Funparks wollten die Betreiber eine Bombe zünden – raus kam eine laue Verpuffung.

  1. Der neue D.O.G.-Park in Freiburg. Foto: Benedict Glockner

Eine Bombe wollten die Betreiber der Großraumdiskothek Universal DOG in Lahr am Freitagabend platzen lassen mit der Eröffnungsparty ihres neuen Freiburger Ablegers DOG-Park, der dann in ein paar Wochen erst richtig loslegen will. Über eine laue Verpuffung kam die Veranstaltung in den Räumlichkeiten des ehemaligen Funpark im Industriegebiet Nord allerdings nicht hinaus. Überboten wurde die provinzielle Tristesse im Innern nur vom nächtlichen Charme des Industriegebietes, in dessen finsterem Herzen diese Spaßfabrik steht.

Wer das zweifelhafte Glück hatte, die Ausweiskontrolle, die Leibesvisitation und die düsteren Blicke der schwarz gewandeten Türsteher am Eingang zu überstehen, fühlte sich in Freiburgs größter Diskothek unversehens an eine Dorfdisko des vergangenen Jahrtausends erinnert: Besucherinnen trugen "Arschgeweih", die männlichen Gäste gerne Vokuhila-Frisuren – im dunstigen Licht um einen quadratischen, holzvertäfelten Tresenbereich prägten sie den ersten Eindruck. Die Befürchtung, auf einem Schützenfest gelandet zu sein, nährte jenseits des Tresens der Anblick eines hoch frequentierten Automaten, der aussah wie ein Hau-den-Lukas auf dem Jahrmarkt.

Werbung


Wenig variable Konservenmusik

Beim Rundgang durch die verschiedenen Räume mit den Tanzflächen, auf Diskoneudeutsch "Areas" genannt, konnte man sich trotz der vollmundig angekündigten Stilrichtungen wie Crunk, Roots oder Drum ’n’ Bass nicht des Eindrucks erwehren, mit wenig variabler Konservenmusik bedient zu werden. Daran konnten auch Branchengrößen wie DJ Epps und Nate da Great nichts ändern.

Das wenig erbauliche Erlebnis dieses Abends spiegelte sich auch in einem eher müden Publikumszulauf wider. An mangelnder Werbung kann es allerdings nicht gelegen haben, schließlich war im Vorfeld die halbe Stadt mit Plakaten zugepflastert worden. Nicht auszuschließen, dass viele Leute einfach an den Türstehern scheiterten. So wie der BZ-Autor beim dreitägigen Bemühen, mit den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen.

Auch die Kommentatoren in einschlägigen Internetforen wie fudder.de zeigen sich wenig begeistert. "War nicht der Kracher, die Party", urteilt Stani 82, "wenigstens die DJs haben sich Mühe gegeben, Stimmung zu machen." Und maxbax meint: "Bin gespannt, wie lange es dieser Laden diesmal macht".

Ob der DOG Park doch noch zum Publikumsmagneten avanciert, wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wenn er regelmäßig seine Pforten öffnet. Die nächste Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen, bietet sich am Freitag, 23. April: Unter dem Motto "ExtrAbi" richten sich die Veranstalter dann speziell an die Abiturientinnen und Abiturienten aus Freiburg und Umgebung.

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Autor: Martin Küper