Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
26. Oktober 2009
Friedlicher Kampf auf der Tanzfläche
180 Tänzer und 350 Besucher bei BreakDownSouth, dem Breakdance-Festival im Haus der Jugend
Fette Beats, coole Breaker und ein "ultimate battle" auf ganz friedliche Art und Weise gab’s am Samstag im Haus der Jugend zu bestaunen. Zum 5. "BreakDownSouth" Festival mit "Nachwuchs-Contest" am Nachmittag und "International Crew-Battle" am Abend kamen rund 180 Tänzer und etwa 350 Besucher. Beim Breakdance Festival mit dabei: Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz.
"Soul Rebels" heißt das Team von "Sweet Rock". "Sweet Rock", das ist der Künstlername von Olivia Marinoni aus Zürich. Die 30-Jährige freut sich auf den Wettbewerb. Zum Breakdance kam sie erst spät – mit 20 hatte sie das erste Mal Kontakt zur Szene. Seit fünf Jahren ist sie mit Leidenschaft dabei und auch hauptberuflich ist sie Tänzerin. Beim "battle", dem friedlichen Kampf auf der Tanzfläche, bei dem akrobatische Höchstleistungen gefragt sind, ging sie am Samstagabend mit einer 6-köpfigen Crew an den Start. Das Besondere: Ihre Crew besteht ausschließlich aus Frauen. Es ist die einzige reine Frauencrew, auf der von Haus der Jugend und Kinder- und Jugendzentrum Weingarten organisierten Veranstaltung.
Werbung
Ob sie sich wohlfühlt unter all den Männern? "Manchmal wünsche ich mir schon mehr Mädels", sagt sie, schränkt aber ein: "Wenn sie gut sind. Ich messe mich auch mit den B-Boys. Ich will nicht nur ’für ein Mädchen’ gut sein." Und sie hat eine Erklärung dafür parat, dass es in der Szene so wenig Frauen gibt: "Frauen müssen sich das erst einmal anschauen. Es gibt viel Machogehabe unter Breakern. Deswegen fangen Frauen oft später an. Dann, wenn sie reifer sind."
Ganz ohne Frauen kamen "Project One" aus dem Allgäu am Nachmittag aus. Nachdem sie in der ersten Runde des Nachwuchswettbewerbs rausgeflogen waren, hatten sie nicht mehr damit gerechnet, den Wettbewerb noch zu gewinnen, doch die Runde der "lucky looser", der glücklichen Verlierer, brachte sie zurück ins Spiel. "Dinkydoo", mit bürgerlichem Namen Chris Knauß (14), freut sich: "Saucool zu gewinnen, auch wenn es mir mehr um den Spaß geht."
Mit dieser Einstellung ist er beim "BreakDownSouth" richtig. Denn im Gegensatz zu kommerziellen Veranstaltungen steht laut Florian Hahn vom Haus der Jugend, "der Sport und der internationale Jugendaustausch im Vordergrund. Deshalb gibt es bei uns auch nur Sachpreise zu gewinnen." An Pokal und Sieger-T-Shirt in der abendlichen "Crew-battle" ganz knapp vorbeigeschlittert sind die "Soul Rebels". Die Züricherinnen schafften es bis ins Viertelfinale; gewonnen haben schließlich "ruff n’x" aus Basel.
Autor: Alexander Preker
