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26. September 2011

Park Jam: Wohlfühlen im Bürgerpark

Rund 1000 junge Hip-Hop-Fans trafen sich am Samstag zur dritten Park Jam.

  1. Graffiti, Musik und Chillen standen am Samstag hoch im Kurs. Foto: ges

OFFENBURG. Parallelwelten gab es am Wochenende in Offenburg zu bestaunen: Während im Herzen der Stadt das Weinfest für Schunkellaune sorgte, trafen sich im Bürgerpark am Samstag Hip-Hop-Anhänger zur dritten Park Jam. Durften die Freunde des vergorenen Rebensaftes in der Nacht auf Sonntag bis 1 Uhr am Gläschen nippen, war für die Veranstaltung des SMB Jugendkultur e.V. indes bereits um 21 Uhr Schluss.

"Wir müssen diese Auflage akzeptieren", stimmte Maximilian Schleyer einen versöhnlichen Ton an. Der 19-Jährige, der zum Veranstaltungsteam gehört, nahm’s gelassen. Mag für Außenstehende diese strikte Regelung nicht unbedingt nachvollziehbar sein, scheinen die Hip-Hopper einfach froh darüber zu sein, dass die Stadt ihnen den Bürgerpark rund um den Pavillon an der Stegermattstraße zur Verfügung gestellt hat – kostenlos.

Ihnen geht es darum, Groß und Klein willkommen zu heißen: "Wir wollen, dass sich jeder hier wohlfühlt", verkündete Schleyer das Motto der Veranstaltung. Eintritt wird nicht verlangt, Gage gibt es auch nicht. Friedliches Miteinander ist angesagt. Hier die Sprayer, die ihre farbigen Handschriften an den aufgestellten Wänden hinterlassen, dort die DJ’s, die mit den Plattentellern herumwirbeln. Es gibt Rap aus Freiburg, Straßburg und Offenburg sowie Breakdance mit den hiesigen Rocking Till Death und True Rokin Soul aus Mannheim.

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1000 Leute dürften es mindestens gewesen sein, die entweder selbst zur Tat schritten oder sich unter den hohen Bäumen ein lauschiges Plätzchen suchten, um zuzuhören, Bier zu trinken, Flammenkuchen zu essen. Für die einen war Chillen angesagt, also gepflegtes Abhängen. Die anderen zeigten bei der "Graffiti Battle", was sie mit der Spraydose drauf haben. Mit leichter Verzögerung aufgrund technischer Probleme begannen die Konzerte. Elias Errerd, der zu den alten Hasen zählt, übernahm die kurze Begrüßung und lud zum Mitmachen ein. Die Eröffnung gestalteten Yoda und Joe, der Rapper und der Beat-Bastler. Joe, mit bürgerlichem Namen Johannes Bohr, ist bereits zum zweiten Mal dabei: "So langsam wird’s nostalgisch", meinte der 23-Jährige mit breitem Grinsen. Was er von der Park Jam halte? "Wow, einfach nur wow." Es handele sich um ein ziemliches Unikat in der Region, umsonst und draußen, wo gebe es das schon?

Felix Kuttruff gehört zu den Tänzern. Seit fünf Jahren ist er in der Szene aktiv, angefangen hat er bei "Altmeister" Claudio Esposito: "Das ist mein Lehrer", sagt der 17-Jährige nicht ohne Stolz. Anstrengend sei’s schon, aber immer noch Tanz und kein Leistungssport. Es gehe um ein bestimmtes Lebensgefühl, und das sei auf jeden Fall positiv, versichern die jungen Männer.

Vor einem dreiviertel Jahr hatten die Vorbereitungen begonnen, Gruppen aus anderen Städten wurden eingeladen, die Suche nach Sponsoren begann, Plakate und Flyer wurden gedruckt. SMB-Jugendkultur – die Buchstaben stehen für "suck my beat" – setzt sich aus rund 20 jungen Leuten zusammen, Schüler, Abiturienten, Studenten und Berufstätige. "Das ist querbeet bei uns, und das ist auch gut so", versichert Maximilian Schleyer.

Bereits vor vier Jahren , bei der ersten Park Jam, trat das bunte Völkchen im Bürgerpark beim Pavillon auf. "Die Location stimmt einfach", erklärte Schleyer. Denn am Rande der Betonbühne steht: "Gestiftet den Bürgern unserer Stadt." Die Hip-Hopper gehören dazu.

Autor: Gertrude Siefke