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26. Oktober 2009

Party XXL: Monkey-Jump-Festival in 21 Bars und Clubs

Das achte Monkey-Jump-Festival in 21 Bars und Clubs

  1. Abtanzen bis in die frühen Morgenstunden eines etwas längeren Sonntags (hier im „Agar“) Foto: Rita Eggstein

  2. Daniel Burgemeister improvisiert am Saxophon zu Clubmusik. Foto: Rita Eggstein

22.03 Uhr, Marias, Löwenstraße: "So jetzt geht’s los", sagt Ina Schall und knüpft den ersten Gästen ein blaues Bändchen an den Arm. Das ist für heute Abend die Eintrittskarte zu mehr als 35 Bands (Musikgruppen), Live Acts (Auftritten vor Publikum) und DJs (Schallplatten-Aufleger) in 21 Bars und Clubs in der Freiburger Innenstadt. Das Monkey-Jump-Festival fand am Samstag bereits zum achten Mal statt. Von Jazz und Soul über Salsa und Rhythm ’n’ Blues bis Techno stellt sich das Freiburger Nachtleben seinen tausenden Besuchern vor.

Für Ina Schall wird es eine lange Nacht werden. "Das macht nix, hier habe ich gut zu tun." An Müdigkeit ist für sie nicht zu denken. "What´s up tonight", fragt eine Touristin mit Hut (Was ist ist hier heute Abend los?). It´s Monkey Jump, flüstert ihr jemand zu (Es ist der Affen-Sprung). "Monkey Jump", lacht sie und schaut sich dann schnell nach allen Richtungen um. "That´s crazy" (Das ist verrückt).
23.36 Uhr, Bertoldsbrunnen. "Nee, verrückt sind wir nicht." Matthias Wieshuber und Florian Ostheimer sitzen in kurzen Lederhosen und hochgekrempelten Hemden auf einer Bank. "Wir sind kein Jungesellenabschied", stellt Matthias Wieshuber klar. "Wir sind ein Trachtenverein." Die jungen Männer sind aus dem Allgäu zum Jahresausflug nach Freiburg gekommen. Von dem Festival haben sie nichts gewusst, freuen sich aber über ihr Glück. Später wollen sie noch zu House und Elektro kräftig feiern gehen. Mit Lederhosen und Trachtenhemd? "Klar, das passt schon."

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0.23 Uhr, Parabel Club, Universitätsstraße. Tiefe Bässe wummern über die volle Tanzfläche. Daniel Burgemeister holt noch einmal tief Luft. Von der kleinen Bühne aus schaut er zu DJ Hardy an den Plattenspielern. Der streckt den Daumen hoch. Burgemeister setzt an und schon legen sich die ersten Töne aus dem 1946er Conn Saxophon über die Bass-Schläge. Die Tanzenden sind für einen Moment überrascht und feiern dann begeistert sein Live-Experiment. Der promovierte Chemiker spielt eigentlich in einer Big Band, hat aber seine Leidenschaft entdeckt, mit dem klassischen Instrument zu Clubmusik zu improvisieren. "Ich bin immer wieder neugierig auf die Musik." Was gespielt wird, weiß Burgemeister vorher eigentlich nie. "Ich brauche so zehn Sekunden, dann bin ich dabei", sagt er stolz. Und heute Abend geht ihm noch lange nicht die Puste aus.
0.57 Uhr, Jackson-Pollock-Bar. Stadttheater. Auch hier gibt es außergewöhnliche Live-Klänge. Die warme, soulige Stimme von Annnabelle Owusu-Ansah verwandelt die Club-Musik von DJ Thorsten Leucht in ein ganz besonderes Erlebnis. Dazu improvisiert die 28-Jährige spontan auf ihrer E-Violine. "Die Musik eines solchen Abends gibt es so nie wieder." Diese Einzigartigkeit ist für sie besonders reizvoll. Eigentlich hat die Sängerin eine Ausbildung in klassischer Streichmusik absolviert, findet aber im Moment das Zusammenspiel mit moderner Musik spannender. Am liebsten würde sie gleichzeitig auch noch die Platten auflegen. "Ich übe schon kräftig", lacht sie.
1.30 Uhr, Bermuda-Dreieck. Glas schlittert über den Boden. Jemand sucht sein Handy. Ein Mädchen mit Rock ihren Freund. Daniel steht etwas erhöht am Eingang der Diskothek Nachtschicht und lässt den Blick ruhig über das dichte Gedränge vor ihm gleiten. Das Durcheinander endet genau vor seinen Füßen. Der Türsteher kontrolliert die Ausweise und schickt Vordrängler zurück. Fast alle hier kennen ihn. "Heute ist’s schon stressiger", gibt er zu. Die Gäste kommen und gehen. "Wir schauen oft nur mal rein und ziehen dann weiter", verraten Amelie und Laura. Die beiden würden am liebsten überall gleichzeitig sein. Die Party ist für sie noch lange nicht zu Ende.

Sonntag früh wird die Uhr wegen der Zeitumstellung eine Stunde zurückgedreht. "Da können wir eh eine Stunde länger schlafen", sagt Amelie "Nee, da können wir noch eine Stunde länger tanzen", freut sich Laura.

Fotos: Monkey-Jump-Festival

Autor: Markus Sehl