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Petersen-Nominierung: Überraschung? Eher nicht!

René Kübler

Von René Kübler

Mi, 16. Mai 2018 um 15:13 Uhr

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Dass Nils Petersen im vorläufigen Kader für die WM in Russland steht, überrascht. Einerseits. Andererseits auch nicht. Wenn einer, der beim SC Freiburg spielt, bester deutscher Torschütze in der Liga ist.

Wenn er sich bei seinem Verein in einer extrem angespannten Situation zum Anführer entwickelt. Wenn er gleichzeitig keinerlei Ansprüche stellt, sondern Gemeinschaftssinn und Bescheidenheit lebt – dann ist die Wahl von Bundestrainer Joachim Löw ausreichend begründet. Petersen wird den Ansprüchen, die an einen Nationalspieler gestellt werden, gerecht. Sportlich und menschlich.

Gerade während eines Turniers, wenn eine Mannschaft über Wochen eng zusammenleben und -arbeiten muss, ist Teamfähigkeit von enormer Bedeutung. Beim Titelgewinn 2014 in Brasilien war diese ein großes Plus der Löw-Auswahl. Die Geschichte von Nils Petersen ist zudem eine besondere, weil es nicht üblich ist, dass sich ein Spieler von dieser Qualität trotz gewiss anderer Optionen so sehr mit dem SC Freiburg identifiziert.

Im Gegenzug bot ihm gerade dieser Verein die Chance, sich abzuheben – und nun nach Olympia vielleicht die ganz große Fußballbühne betreten zu dürfen.