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09. Februar 2010
128 Narrenzünfte kommen zum Nachtumzug ins Schneckental
Vierte Veranstaltung der Rebberghexen Pfaffenweiler / Im Narrendorf wird bis in die Nacht hinein gefeiert, es kam aber auch zu Auseinandersetzungen
PFAFFENWEILER (lan). Als eine tolle Party bezeichnete Christian Schweitzer, Chef der Rebberghexen, den vierten Nachtumzug in Pfaffenweiler. 128 Zünfte waren am Samstagabend ins Schneckental gekommen und hatten den Ort bis morgens um 3 Uhr in eine närrische Hochburg verwandelt. Etliche Zuschauer aus nah und fern säumten die Umzugsstrecke. Allerdings kam es am Rand der närrischen Veranstaltung, so die Polizei, auch zu Sachbeschädigungen und Körperverletzungen (siehe oben stehende Meldung).
Fast pünktlich – so gegen 19.13 Uhr – setzte sich der Umzug vom Sammelplatz in der Bußgasse aus in Bewegung. Angeführt wurde er von zwei kleinen Rebberghexen, gefolgt von einheimischer Guggemusik "Schneckenblärer". Dahinter hatten sich Zünfte aus dem ganzen südbadischen Raum eingereiht, unter anderem die Ebringer Schlosshexen, die Bollschweiler Teufel, die Biengener Steibruch Hexe, die Merzhauser Bärentrieber, die Brisacher Höllenbrut sowie die Bötzinger Muni Schällä. "Es waren 2500 Hästräger, Guggemusiker und Wagenfahrer gemeldet", freute sich Oberhexe Christian Schweitzer über die große Resonanz.
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Mit von der Partie waren auch große Narrenwagen und die Zuschauer staunten nicht schlecht, was da alles angerollt kam. Der Kreativität schienen jedenfalls keine Grenzen gesetzt zu sein: An die zwanzig Bibi Blocksbergs ritten auf ihren Besen herum und die Jungwinzer Pfaffenweiler waren mit ihrem Steinzeitwagen samt Mammut dabei.
Gesellig ging es nach dem Umzug im Narrendorf vor der Batzenberghalle weiter, wo DJ Lebtig für Stimmung sorgte. Über zehn Vereine aus und um Pfaffenweiler sorgten dabei für das leibliche Wohl der Narren. Unterstützung beim Nachtumzug bekamen die Rebberghexen auch von der Feuerwehr Pfaffenweiler, die zwölf Helfer abgestellt hatte, und dem DRK.
Zu Sachbeschädigungen und körperlichen Auseinandersetzungen kam es am Rand der Veranstaltung. "Es hat ein bisschen Tumult gegeben", sagt Oberhexe Schweitzer, "was sich leider bei einem Fest dieser Größenordnung nicht ganz vermeiden lässt." Der Jugendschutz werde im Narrendorf sehr ernst genommen, das Problem seien die mitgebrachten Getränke. Zwei Jugendarbeiter in Zivil sowie vier Securityleute und zwei Vereinsmitglieder waren am Samstagabend zu Kontrolle unterwegs. "Trotzdem hatten wir nach dem Aufräumen einen Anhänger voll mit Flaschen, darunter viel Hochprozentiges", berichtet Schweitzer. Verglichen mit den Veranstaltungen in den vergangenen Jahren sei das "extrem" . Im übernächsten Jahr, wenn der Nachtzug erneut stattfindet, werde man sicherlich mehr Securityleute und Vereinsmitglieder für Kontrollen engagieren.
Einer Sache ist Schweitzer sich jedoch sicher: Die Narrenzünfte haben nichts mit alldem Trubel zu tun. "Es gibt leider immer wieder Leute, die nur zu solchen Fastnachtsveranstaltungen kommen, um sich zu betrinken und Ärger zu machen", meint er.
Autor: lan
