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02. Februar 2012
B-3-Umfahrung Schallstadt
KOMMENTAR: Chance für Neuanfang
Dass die neue Landesregierung lernfähig ist, hat sie mit dem Vor-Ort-Besuch in Schallstadt bewiesen. Das Kommunikationsdebakel vom Kaiserstuhl, als die Betroffenen vom Planungsstopp für die B31 West erst gar nichts und dann nur aus Pressemitteilungen erfahren haben, sollte sich am Batzenberg nicht wiederholen. Es war die richtige Entscheidung, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und zu Wort kommen zu lassen. Viel zu sensibel ist nämlich das Thema, um es allein in Stuttgart entweder in die eine oder in die andere Richtung zu entscheiden. Viel zu viele Versprechungen sind in den Jahrzehnten der Planung gemacht, viel zu viele Erwartungen enttäuscht und dadurch viel zu viel Porzellan zerschlagen worden. Die aufgerissenen Gräben ziehen sich nicht nur entlang der Gemarkungsgrenzen, sondern gehen durch Dörfer und Familien. Um so wichtiger ist es deshalb, diesen Schnitt als das zu begreifen, was er ist: die Chance zu einem Neuanfang. Soll der gelingen, müssen alle Interessen – auch die derjenigen, die sich auf alte Zusagen verlassen haben – berücksichtigt werden. Und alle Betroffenen müssen zu Kompromissen bereit sein – auch wenn’s weh tut.
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Autor: Tanja Bury
