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31. Januar 2012

"Meine Dalmatiner hatten die Punkte an den richtigen Stellen"

BZ-INTERVIEW mit Pfaffenweilers "Hasenminister" Michael Batt, der für seine Tiere bei der Bundesschau in Erfurt den Meistertitel bekam.

  1. Erfolgreicher Züchter: Michael Batt Foto: privat

PFAFFENWEILER. 6000 Aussteller zeigten bei der 30. Bundes-Kaninchenschau 25 500 Tiere. Darunter war auch Michael Batt mit vier Dalmatinern Rex. Der Züchter aus Pfaffenweiler konnte sich in dieser Rasse gegen zehn Konkurrenten durchsetzen und so den Bundessieg in den Breisgau holen. Tanja Bury hat sich mit Michael Batt über das Hobby Hasenzucht unterhalten.

BZ: Kleintierzüchter werden für ihr Hobby nicht selten belächelt. Wie kamen Sie zur Kleintierzucht und fasziniert Sie daran so sehr?
Batt: Dass dieses Hobby belächelt wird, bemerke ich weniger. Von meinen Freunden habe ich den Namen "Hasenminister" bekommen, der auch auf meinem Auto zu sehen ist. Mein Vater züchtet schon seit über 50 Jahren Kaninchen und ist Preisrichter in der Rassekaninchenzucht. Schon als Kinder haben meine Geschwister und ich aktiv bei der Pflege und Versorgung der Tiere mitgeholfen. Mit Eltern und Geschwistern war ich im Kleintierzuchtverein Ehrenkirchen. Im Jahr 1988 begann ich meine eigene Zucht und trat dem Verein C 151 Pfaffenweiler bei. Faszinierend finde ich die Arbeit mit den Tieren – besonders die Aufzucht der Jungtiere im Frühjahr.

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BZ: Wie viele Tiere haben Sie im Stall?
Batt: Derzeit sind in meinem Stall 20 Alttiere, davon 15 Häsinnen, die trächtig sind oder teilweise schon Jungtiere haben. Bei laufendem Zuchtbetrieb sind es zwischen 50 und 60 Tiere.
BZ: Klären Sie uns auf: Ihren Erfolg auf der Bundesschau feierten Sie mit Dalmatinern, sind das nicht Hunde?
Batt: Ja, den meisten Menschen sind die Dalmatiner-Hunde wohl eher bekannt. Aber bei den Kaninchen gibt es eben auch Dalmatiner. Es ist eine sehr alte Rasse. Wie die Hunde haben auch die Hasen ein weißes Fell mit schwarzen Punkten. Sie zählen zu den Kurzhaarrassen, deshalb der Begriff Rex beim Rassenamen. Dalmatiner sind natürlich schwieriger zu züchten als Kaninchen mit einer Farbe. Die Punkte sollten einzeln verteilt sein und nicht etwa zusammenhängen.
BZ: Wie heißen denn Ihre Gewinnerhasen und was haben sie, was andere nicht haben?
Batt: Um Deutscher Meister zu werden, muss man vier gleich gute Tiere ausstellen. Man nennt es eine Sammlung, beispielsweise ein Elterntier und drei Nachkommen. Meine Dalmatiner hatten die Punkte an der richtigen Stelle und haben somit die volle Punktzahl erreicht. Namen haben die Tiere nicht – dafür aber ein Tattoo. Im rechten Ohr befindet sich das C 151. Das C steht für den badischen Landesverband, die Zahl für Pfaffenweiler.
BZ: Sie haben den Sieg sicher mit einem Glas Sekt gefeiert, was haben die Kaninchen bekommen?
Batt: Ich habe drei tolle Tage in Erfurt verbracht und natürlich meinen Sieg gefeiert. Die Kaninchen bekamen je eine Möhre und haben durch ihren Erfolg schnell neue Besitzer gefunden. Ich hatte sie schon vor der Bewertung zum Verkauf ausgeschrieben.
BZ: Und wo ist die neue Heimat der Hasen?
Batt: Oft erfährt der Verkäufer nicht, wohin seine Tiere verkauft werden. Doch zufällig habe ich mitbekommen, dass zwei Jungzüchter aus Stuttgart zusammen mit ihrem Vater drei meiner Dalmatiner eingepackt haben. Sie haben mir gesagt, wie gut ihnen die Tiere gefallen und dass sie sich eine eigene Zucht aufbauen wollen.
BZ: Wie viel Aufwand bedeutet denn die Pflege der Tiere?
Batt: Pro Tag etwa eine Stunde. In dieser Jahreszeit mit Nestkontrollen und vielem anderen auch durchaus länger. Hinzu kommt regelmäßiges Misten und die Kontrolle aller Tiere.
BZ: Was meinen Sie, wie es um die Zukunft der Kleintierzüchter bestellt ist? Wird es noch junge Leute geben, die diesem Hobby nachgehen? Wie sieht es in Ihrem Verein aus?
Batt: Kleintierzucht ist ein Hobby mit viel Leidenschaft und Liebe. Leider ist es aus verschiedenen Gründen um die Kleintierzucht nicht so gut bestellt. Wo früher eine Scheune stand, ist heute ein Wohnhaus. Viele meiner Züchterkollegen geben auf, weil es zum Beispiel in Neubaugebieten überhaupt nicht möglich ist, diesem Hobby nachzugehen. Neben dem Problem, geeignete Räumlichkeiten zur Zucht zu finden, ist dieses Hobby auch mit viel zeitlichem Engagement und finanziellem Aufwand verbunden. Für unsere Zukunft sehe ich es als notwendig an, mit anderen Vereinen zu kooperieren. Gemeinsam sollten dann Zuchtanlagen gebaut werden.

ZUR PERSON: MICHAEL BATT

ist 47 Jahre alt. In seinem Verein, dem C151 Pfaffenweiler, ist er Zuchtwart. Schon 2003 wurde er bei der Bundesschau in Stuttgart Deutscher Meister, 2006 holte er sich den Titel des Vize-Europameisters bei der Schau in Leipzig. Zudem hat Michael Batt über die Jahre viele Titel auf Vereins-, Kreis- und Landesebene gewonnen.  

Autor: tab

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