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16. Januar 2012
Mit viel Kraft und Kreativität
Beim Neujahrsempfang in Pfaffenweiler appelliert Bürgermeister Hahn an die Vereine / Ehrung für Bärbel Hilger und Rolf Blattmann.
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Die Musik beim Neujahrsempfang kam vom Handharmonikaverein. Foto: Tanja Bury
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Rolf Blattmann und Bärbel Hilger (vorne) bekamen aus den Händen von Bürgermeister Dieter Hahn (Mitte) die Ehrennadel des Landes überreicht. Gedankt wurde auch Helga Blattmann und Franz Hilger. Foto: Tanja Bury
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Alemannisches Urgestein: Wiltrud Pfunder Foto: Tanja Bury
PFAFFENWEILER. Nicht nur Pfaffenweiler Stein, sondern im übertragenen Sinn auch Berge will Bürgermeister Dieter Hahn im neuen Jahr mit der Dorfgemeinschaft versetzen. Beim Neujahrsempfang am Sonntagvormittag schwor er die Vereinsvorsitzenden auf den Entwicklungsprozess im Ort ein und rief sie dazu auf, die Gemeinde kreativ bei ihren großen Projekten zu unterstützen. Und geehrt wurde auch: Bärbel Hilger und Rolf Blattmann bekamen die Ehrennadel des Landes überreicht.
Zunächst aber lenkte Hahn den Blick der Gäste im Columbasaal auf verschiedene Entwicklungen in der Gemeinde, wie beispielsweise die Ernennung der Schneckentalschule zur Hector-Kinderakademie (die BZ berichtete). Sie stehe "Pfaffenweiler als kleinem Ort gut zu Gesicht" – auch wenn es dazu andere Meinungen gebe. Da die Kinderkrippe für 2012 schon ausgebucht ist, mache eine Kooperation mit den Tagesmüttern im Ort Sinn. Hahn informierte darüber, dass bei der Betreuung des Jugendraums ein Wechsel stattgefunden hat: Dominik Burghard hat diese Aufgabe an Bianca Pyka weitergegeben.Werbung
Pfaffenweiler für Familien attraktiv zu machen – dazu gehört nach Hahns Auffassung die Erschließung des Neubaugebiets "Schneckenacker/Weiberländer". "Ich hoffe, dass wir genügend Flächen für ein städtebaulich, aber auch ökologisch sinnvolles Erschließungsgebiet zusammenbekommen. Dafür werde ich mich einsetzen", versprach er. Als "charmant" bezeichnete Hahn die Idee eines Empfangs für Neubürger: "Jeder, der hierher zieht, muss sich auf das Dorf und die Vereine zubewegen. Das spricht aber nicht gegen eine Geste des Willkommenheißens."
Als "absoluter Volltreffer" habe sich die Installierung eines Partnerschaftskomitees nach dem Vorbild der US-amerikanischen Partnerstadt Jasper entpuppt. "Die familiären Bande der Partnerschaft werden möglicherweise von Generation zu Generation schwächer. Deshalb brauchen wir eine starke Verankerung unserer Geschichte und des Partnerschaftsgedankens in den Köpfen", machte Hahn deutlich. Die engen Beziehungen mit Gutach im Schwarzwald wird Pfaffenweiler ebenso halten: Beide Feuerwehren feiern 2012 ihren 75. Geburtstag und werden sich gegenseitig besuchen. Eine Freundschaft mit dem elsässischen Rouffach soll über den Museumsverein initiiert werden – dieses Jahr ist ein Treffen mit dem dortigen Geschichtsverein geplant.
Partnerschaft sei auch beim Thema Windkraft gefragt, nachdem die Zuständigkeit der Regionalverbände zur Ausweisung von Vorranggebieten aufgehoben wurde. Man habe sich mit dieser neuen Situation im Gemeinderat und in der Verwaltungsgemeinschaft Schallstadt/Ebringen/Pfaffenweiler auseinandergesetzt. Die Bürgermeister des Sprengels hätten sich zudem auf eine gemeinsame Expertise über mögliche Standorte im Sprengelgebiet geeinigt. "Windkraft als neues Feld einer interkommunalen Zusammenarbeit – mal sehen, was sich in diesem Themenfeld alles noch bewegt", meinte Hahn.
Bei der B 3-Umfahrung Schallstadt verwies Hahn auf den Vor-Ort-Termin mit der Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Gisela Splett, am Dienstag, 31. Januar, in Schallstadt. "Wir sind gespannt, was die neue Landesregierung mit den Zusagen der alten macht und wie sie mit dem rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss zur L 125 umgeht", sagte der Bürgermeister.
Sichtbar voran gehen soll es 2012 mit dem Prozess "Pfaffenweiler denkt Zukunft", der Spatenstich zum Bau des Kunstrasenplatzes habe hier den Anfang gemacht. Die Gemeinde nehme Mittel in Millionenhöhe für die Vereine als Säulen des bürgerschaftlichen Engagements in die Hand, so Hahn. "Gemeinderat und Rathaus stehen zu den Vereinen, setzen aber auch auf deren Idealismus und Enthusiasmus", meinte er und verwies auf die erfolgreiche Spendenaktion des VfR zum Kunstrasenplatz, die über 60 000 Euro einbrachte . "Das ist Ansporn und Verpflichtung zugleich für die anderen Vereine und Institutionen. Was können sie tun, um die großen Projekte der Gemeinde zu unterstützen", fragte der Bürgermeister. Da heiße es kreativ zu sein, Mitglieder zu motivieren und auch mal mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass Gemeinde und Verein keine Melkkühe seien.
Welchen Stellenwert bürgerschaftliches Engagement nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in Baden-Württemberg hat, zeigte sich in der anschließenden Verleihung der Landesehrennadel an Bärbel Hilger und Rolf Blattmann. Seit 25 Jahren koordiniert und leitet Bärbel Hilger die Einsätze des freiwilligen Helferkreises, der Familien und Einzelpersonen seine Unterstützung anbieten. Ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich Rolf Blattmann als Vogelbeauftragter um die Pflege der Nistkästen in der Gemeinde. 1986 hat er mit zehn Brutkästen angefangen, heute sind es über 100 (die BZ berichtete). Zudem war Blattmann über 40 Jahre in der Feuerwehr aktiv, wirkt im Museumsvereins mit und stellt seinen Hof jedes Jahr für die Brauchtumsschau zur Verfügung.
Die Umrahmung des Empfangs hatten der Handharmonikaverein und die Heimatdichterin Wiltrud Pfunder übernommen. Sie fand wieder anregende und nachdenkliche Worte zum Jahresbeginn. Alex Sautermeister sprach für die Vereine und überreichte die Neujahrsbrezel.
Autor: Tanja Bury


