Weißweine machen den Anfang

Julius Wilhelm Steckmeister

Von Julius Wilhelm Steckmeister

Sa, 08. September 2018

Pfaffenweiler

Winzer in Pfaffenweiler.

PFAFFENWEILER (just). Das Was, Wann und Wie stand ganz oben auf der Tagesordnung der Herbstversammlung im Pfaffenweiler Weinhaus, denn es wurden die Lese- und Abgabezeiten festgelegt. Ab 10. September werden Müller-Thurgau und Weißburgunder gelesen, ab 12. September der Sauvignon Blanc.

Bürgermeister Dieter Hahn betonte in seinem Grußwort die gute Zusammenarbeit und den Zusammenhalt zwischen Gemeinde und Winzern. Baulich spiegle sich dies im Bauvorhaben "Klein Täle" wider. Das zwischen WG und Rathaus gelegene Areal werde ab Februar umgestaltet. Das WG-Gelände selbst habe durch den Abbruch der alten Lagerhalle seinen Hinterhofcharakter verloren. Hahn sicherte zu, dass die Gemeinde "im Wegenetz wieder tätig wird" und sagte mit Sorge, "den Klimawandel sollten wir ernst nehmen", da die zweite Lese in Folge direkt nach dem Schneckenfest beginne.

WG-Vorstandsvorsitzender Lothar Scherer leitete die Versammlung stellvertretend für Weinhaus-Geschäftsführer Stefan Männle, der einen Unfall hatte. "Es ist eine gewisse Krisensituation – es kam zum ungünstigsten Zeitpunkt", so Scherer. Es habe sich schnell ein Notfallteam gebildet, das die Reben begutachte und mit Männle in Telefonkontakt stehe. "Bis Mitte nächster Woche steht der Herbstplan, dann kommen die Detailinfos raus. Wir können alle beruhigt sein." Ein Dankeschön ging an die WG Wolfenweiler: Geschäftsführer Ernst Nickel habe Pfaffenweiler seine Unterstützung zugesagt.

Grund zum Optimismus biete das Weinjahr. Junganlagen hätten Hitze und Trockenheit zwar Schwierigkeiten gebracht, ältere Anlagen stünden aber gut da. "Erst nächstes Jahr wird man sehen, wie die Junganlagen gelitten haben", so Scherer. Den bisherigen Herbstplan stellte Marvin Peters vor. Am Montag werde mit den Sorten Müller-Thurgau und Weißburgunder begonnen, Mittwoch falle der Startschuss für Sauvignon Blanc. Dieser sowie der Weißburgunder würden zunächst als Sektgrundlage gelesen.

Sorgen um einen zu geringen Oechsle-Grad wegen der frühen Ernte räumte der frühere Leiter der Qualitätsweinprüfung am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg, Herbert Krebs, aus. "Die Lese jetzt anzupacken, zumal der Müller-Thurgau fast ausschließlich in tiefen Lagen steht, ist richtig." Man wolle Müller-Thurgau-Weine mit maximal zwölf Prozent Alkohol.