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09. März 2010

Wo wachsen Mehlwürmer am besten?

Joe Brändle und Lars Peters erfolgreich beim Regionalwettbewerb "Schüler experimentieren".

  1. Junges Forscherteam: Lars Peters (links) und Joe Brändle. Foto: privat

  2. Das Forschungsobjekt: Mehlwürmer in verschiedenen Glasschalen. Foto: privat

SCHALLSTADT/ PFAFFENWEILER. Sie sind nachtaktiv und weltweit verbreitet. Auf engstem Raum tummeln sie sich mit ihren Artgenossen und frönen mitunter dem Kannibalismus. Die Rede ist von Mehlwürmern, den Larven des Mehlkäfers.

Beim Regionalwettbewerb "Schüler experimentieren" in Denzlingen haben die Fünftklässler Joe Brändle (11 Jahre ) aus Pfaffenweiler und Lars Peters (10 Jahre) aus Schallstadt vom Faust-Gymnasium in Staufen den ersten Platz im Fach Biologie belegt. Um herauszufinden, unter welchen Bedingungen die bis zu vier Zentimeter langen Insekten am besten gedeihen, verteilten sie je 46 Exemplare in zwei Behälter und statteten diese mit stärkehaltiger Nahrung aus. Eine Box platzierten die Jungen im Keller, die andere im warmen Heizungsraum. Acht Wochen lang maßen sie täglich jeden einzelnen Probanden und kamen so zum Ergebnis, dass Mehlwürmer bei hohen Temperaturen schneller wachsen.

Und wer hatte die Idee dazu? "Wir beide", sagt Lars, ein aufgeweckter Teenager, Lieblingsfach Bio. "Zuhause haben wir drei Leopardleguane und eine Bartagame, die fressen Mehlwürmer. Und in der Packung aus dem Zoogeschäft waren verpuppte Käfer." Unterstützt wurden sie von Lars’ Vater, einem Biologielehrer. Die Fragen der Denzlinger Jury mussten sie aber alleine beantworten, was ihnen gut geglückt ist.

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Mit Mehlwürmern experimentierten die Freunde auch deshalb, weil Tierversuche erst genehmigt werden müssen. "Tiere sind geschützt. Mit Mehlwürmern geht’s", meint Joe, ein mathematisch begabter und sportlicher Junge. "Hoffentlich bekommen wir jetzt eine 1 in Bio."

Auf dem Landeswettbewerb Ende April in Balingen wollen Joe und Lars erneut mit ihren kleinen Kannibalen punkten. Ein bisschen nervös sind sie schon, doch "wir freuen uns auch", sagt Lars und Joe ergänzt fröhlich: "Da haben wir schulfrei."

Einen Preis gibt’s wieder zu gewinnen, aber bereits jetzt wurden die Schüler für ihre Mühen belohnt: Der erste Platz brachte dem Faust-Gymnasium 250 Euro, die jungen Sieger erhielten 75 Euro, je ein Taschenmesser, ein Buch sowie eine Eintrittskarte für den Europapark und das dortige "Science house". Biolehrerin Johanna Scheibert schenkte ihnen außerdem drei Hausaufgabengutscheine. "Wir machen aber gerne Biohausaufgaben", erzählt Lars und Joe stimmt ihm bei – man nimmt es ihnen ab. Für aller Schallstadter und Pfaffenweilemer heißt es jetzt Daumen drücken für die zwei. Vielleicht kommen die Gewinner von "Schüler experimentieren" auf Landesebene ja auch aus ihren Gemeinden.

Autor: Marius Uhl