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02. Juli 2012 09:17 Uhr

Zeichen setzen

Pfarreien im Aargau verweigern das Papstopfer

Aus Protest gegen den Vatikan haben sich fünf katholische Pfarreien im aargauischen Fricktal geweigert, am Sonntag das jährliche Papstopfer einzusammeln. Die Kollekte wollen die Pfarreien stattdessen für Notleidende in der Region verwenden.

  1. Wird die Botschaft ankommen? Foto: dapd

Die Schlagzeilen aus dem Vatikan machten "ohnmächtig und zornig", heißt in einer schriftlichen Stellungnahme der fünf Pfarreien. Es gehe um die Themen Vatikanbank, Piusbrüder sowie um die VatiLeaks-Affäre. Das konterkariere die Arbeit, welche die Seelsorgenden und viele Ehrenamtliche in den Pfarreien leisteten.

"Wir wollen unseren Mitgliedern in den Pfarreien sagen, dass wir nicht einverstanden sind. Wir leiden darunter", sagte Martin Linzmeier, Leiter der katholischen Kirchgemeinde Gipf-Oberfrick, auf Anfrage. "Wir kündigen für einen Moment mal die Solidarität auf. Wir hoffen, dass es ankommt. Wir haben jedoch das Gefühl, dass wir ohnehin nicht gehört werden", betonte Linzmeier. Um einen "Zeichen zu setzen" verzichteten die Pfarreien des Seelsorgeverbands Tierstein im Kanton Aargau – Gipf-Oberfrick, Frick, Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil-Oberhof – in diesem Jahr darauf, das Papstopfer einzuziehen.

Protest mit symbolischem Charakter

Beim Papstopfer handelt es sich um eine seit Jahrhunderten traditionelle Geldsammlung, die dem Vatikan in Rom überwiesen wird. Die Kollekte soll die Verbundenheit der Gläubigen mit dem Vatikan ausdrücken. Der Protest der Pfarreien im Fricktal hat symbolischen Charakter. Gemäss Linzmeier kommen in den fünf Gemeinden insgesamt jeweils 600 bis 700 Franken als Papstopfer zusammen.

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Bei anderen Kollekten gebe es höhere Beträge. "Auch die Gläubigen blockieren", hielt er fest. Die Reaktionen auf die Aktion der fünf kleinen Pfarreien seien überwiegend positiv ausgefallen. Andere Fricktaler Pfarrgemeinden zogen am Sonntag das Papstopfer wie üblich ein.

Ein Treffen der Aufmüpfigen mit einem Vertreter der Leitung des Bistums Basel fand vergangene Woche statt. Beide Seiten bezeichneten das Treffen als "offene Aussprache". Man sei im Dialog, heißt es beim Bistum. Man glaube nicht, dass es einen Konflikt gebe, sagte eine Sprecherin im Regionaljournal von Schweizer Radio. Es handle sich um eine einmalige Aktion, die auf dieses Jahr beschränkt sei.

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Autor: sda


18 Kommentare

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Volker Klein

Registriert seit: 03.02.2011

Kommentare: 127

02. Juli 2012 - 10:16 Uhr

Was hat der Papst denn verbrochen, dass das traditionelle Papstopfer entfallen soll? Verstehe ich nicht. Solidarität mit dem Papst wäre doch gerade in der Stunde - von ihm nicht persönlich verschuldeter - Schwierigkeiten wichtig.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

02. Juli 2012 - 11:49 Uhr

Gute Vorlage aus der Schweiz. Die Papstschelten wegen Williamson und dem Kindesmissbrauch haben sich totgelaufen, der mit Häme überschüttete Papstbesuch in Freiburg ist vorbei und die Kampagne wegen des Kommunionsauschlusses der Wiederverheirateten ist am Verebben. Freiburg, wo bist Du? Die Initiative aus dem Fricktal zeigt Dir, was man noch alles tun kann, wenn man sich gegen den Papst profilieren will ;-)

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1073

02. Juli 2012 - 12:07 Uhr

Papstopfer ist die moderne Form des Ablasshandels.

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

02. Juli 2012 - 12:14 Uhr

Was wird denn im Gegenzug für diese "freiwillige Spende" versprochen? Etwa Vorteile nach dem Ableben? Grenzt das nicht an Betrug, Geld zu verlangen für eine Leistung, die erst nach dem Tod gewährt wird, und nciht mal vererbbar ist?

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Gelöschter Nutzer #804452

Registriert seit: 14.03.2011

Kommentare: 866

02. Juli 2012 - 12:16 Uhr

@ Harald Meierhofer
willkommen bei Ihrem Lieblingsthema

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1073

02. Juli 2012 - 12:26 Uhr

NICHT KOMMENTIERBAR:::
Müller wird Erzbischof und Chef des Amtes ,das Benedetto vor seiner
Wahl zum Papst innehatte.
Ein weiterer deutscher Papst für die Zukunft?????

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 572

02. Juli 2012 - 12:34 Uhr

... wurde auch mal wieder Zeit für nen Papstartikel, einfach immer unterhaltsam hier :-)...

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Harald Meierhofer  

Harald Meierhofer

Registriert seit: 12.09.2011

Kommentare: 2115

02. Juli 2012 - 13:35 Uhr

Herr Huber, das war einfach mein ganz persönliches "Papstopfer" :)

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theresia lang

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 433

02. Juli 2012 - 15:04 Uhr

" einer der profiliertesten Theologen der Gegenwart ", so Herr Zollitsch
in seiner Glückwunschadresse an Herrn Müller.
So ergibt sich die denkbare weitere Entwicklung, Bischof, Erzbischof,Kardinal,
Papst
als Zeichen der positiven Fortentwicklung der Kirche !
:::)))

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1146

02. Juli 2012 - 16:11 Uhr

Angesichts des Protz und Pomps in der katholischen Kirche -

Warum blieb Jesus zeitlebens nur der Sohn eines Zimmermanns?
Warum hat er sich nichts gemacht aus Geld, Macht und großkotzigen Titeln?

Fragt ein (manchmal) bibellesender Atheist ...

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theresia lang

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 433

02. Juli 2012 - 16:20 Uhr

Herr Wolpert, das mit dem " Zeichen für fortschrittliche Entwicklung "
haben Sie falsch verstanden. Es war von mir umgekehrt gedacht,also im
Sinne " keine fortschrittliche Entwicklung " !
Wir sind auch bibellesende Atheisten !

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1146

02. Juli 2012 - 16:32 Uhr

kleiner Irrtum meinerseits, Frau Lang, habs editiert (bin kein Papst und daher fehlbar) ;-)

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theresia lang

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 433

02. Juli 2012 - 16:49 Uhr

Herr Wolpert, was wäre die Welt langweilig, wenn es nur Unfehlbare gäbe.
Einer in Rom genügt.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

02. Juli 2012 - 17:36 Uhr

@ Herr Wolpert und Frau Lang

"Ich bin zwar jetzt unfehlbar, gedenke aber nicht, davon Gebrauch zu machen"

Johannes XXIII - il Papa buono - der gute Papst

Tja Leute, auch ein solcher Mensch saß einmal auf dem Stuhl Petri!

Lang, lang ist´s her, leider!

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Gelöschter Nutzer #804452

Registriert seit: 14.03.2011

Kommentare: 866

02. Juli 2012 - 17:37 Uhr

@ Frau Lang
>>"... Bischof, Erzbischof,Kardinal,Papst..."
ein normaler "Werdegang" zum Papst

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1146

02. Juli 2012 - 18:13 Uhr

H. Weingardt - den kannte ich nicht, der ist gut ;-)

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theresia lang

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 433

02. Juli 2012 - 19:28 Uhr

Nun setzt die Unfehlbarkeit auch noch einen Erzbischof ab, der gemeckert
haben soll. So geschehen in der Slowakei.

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Volker Morstadt

Registriert seit: 10.08.2009

Kommentare: 411

02. Juli 2012 - 21:36 Uhr

Mit der "Unfehlbarkeit" ist es ähnlich wie mit der "unbefleckten Empfängnis Marias": Beide unterliegen einem volkstümlichen Irrtum: "Unfehlbar" sind Päpste nur, wenn sie neue Dogmen verkündigen; deshalb ist das Wort von Papa Giovann' gar nicht überraschend, wollte er doch damit nur sagen, dass er kein neues Dogma vorhat zu verkündigen. Die "unbefleckte Empfängnis Marias" bezieht sich nicht auf Jesus (wie der Volksmund meint: un 3 Woche später isch scho di Geburd), sondern auf sie selbst; deshalb korrespondiert mit dem 8. Dez. der nachfolgende 8. Sept. = Mariä Geburt, so wie zu Weihnachten der vorausgehende 25. März = Mariä Verkündigung gehört.

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