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31. Juli 2012 16:43 Uhr

Schmerzmittel

Pflanzliches Aspirin: Echtes Mädesüß

Es hilft bei leichten Schmerzen, wurde schon als Stimmungsaufheller in Wein verwendet – und wird im Volksmund auch Stopp-Arsch genannt: Echtes Mädesüß. Wie’s wirkt, erklärt Frank Hiepe.

  1. Echtes Mädesüß hilft heilen. Foto: Paul Schwarz/fotolia.com

ECHTES MÄDESÜSS (Filipendula ulmaria)

Pflanzenfamilie
Rosengewächse (Rosaceae)

Der deutsche Name leitet sich von "Süßen des Met" oder von "Mahdsüße" ab. Letzteres kommt daher, dass es nach dem Mähen von Wiesen süßlich riecht.

Die botanische Bezeichnung "ulmaria" leitet sich von den ulmenartigen Blättern ab.

Volksnamen
Rüsterstaude, Bacholde, Wiesenkönigin, Federbusch, Spierstaude, Immenkraut, Wiesensüß, Geißripp, Immenkraut und – Achtung – Stopp-Arsch. Der Grund: Früher wurde die Pflanze auch gegen Durchfall angewandt.

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Vorkommen
In ganz Nord- und Mitteleuropa auf Feuchtwiesen und Bachufern.

Blütezeit
Juni bis August

Geschichte und Aberglaube
Das Mädesüß gehörte zu den heiligen Kräutern der keltischen Priester (Druiden). Im Mittelalter wurde es zur Reinigung der Galle verwendet und äußerlich bei Geschwüren. Zudem wurde es quasi auch für stimmungsaufhellende Drinks eingesetzt – indem es in Wein aufgekocht wurde.

Elisabeth I. von England ließ Mädesüßblüten wegen des Duftes in ihr Schlafgemach streuen.

Schön finde ich auch, dass in der Sonnwendnacht Blüten gesammelt und als Bündel ins Gebälk von Häusern und Ställen gehängt wurden, um Unheil abzuwenden. Als Lockmittel für Bienen verwendeten es Imker: Sie rieben ihre Körbe mit den Blüten ein.

Entdeckung des pflanzlichen Aspirins
1839 isolierten zwei deutsche Chemiker aus der Pflanze die sogenannte Salicylsäure. Zur Gewinnung des Schmerzmittels dienten lange Zeit Mädesüß und Weidenrinde.

Der Name Aspirin leitet sich von der früheren botanischen Bezeichnung von Mädesüß als "Spiraea" ab. Das "A" steht für Acetyl, was soviel wie Essig bedeutet.

Wirkstoffe
Ätherisches Öl mit Salicylaldehyd, Methysalicylat, Flavonoide wie Spiraeosid und Gerbstoffe

Anwendung
Ich empfehle Mädesüß bei rheumatischen Schmerzen und bei Schwitzkuren im Kampf gegen Erkältungskrankheiten.

Gute Erfahrung habe ich mit folgender Teemischung gemacht:
Je 20 Gramm Mädesüßblüten, Lindenblüten, Holunderblüten und Quendel (Wilder Thymian) mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, bedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abgießen und bei fiebrigen
Erkältungen 2-3 Tassen täglich trinken.

Kulinarisch eignen sich Mädesüßblüten zum Süßen von Fruchtspeisen wie Eiscreme oder zur Herstellung von Sirup zusammen mit Rosenblüten und Zitronenscheiben

Vorsicht!
Asthmatiker, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere und Stillende sowie Salicylatempfindliche sollten Mädesüß nicht einnehmen!

Homöopathie
Filipendula ulmaria oder Spiraea ulmaria bei rheumatischen Erkrankungen und Erkältungen, sowie akneartige Ausschlägen.

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Autor: Frank Hiepe


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