Phänomenaler Einsatz für Radsport

Yannick Allgeier

Von Yannick Allgeier

Mi, 10. Oktober 2018

Elzach

Der Radfahrverein Concordia Prechtal blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück / Finanzkonzept muss überarbeitet werden.

BIEDERBACH. Der Radfahrverein Concordia Prechtal (RVC) kann auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Seine Sportlerinnen und Sportler konnten im vergangenen Jahr einige Erfolge erzielen, mussten jedoch auch Niederlagen einstecken. So konnte sich von den zwei Radballmannschaften des Vereins, die in die 2. Bundesliga aufgestiegen waren, nur eine in dieser halten. In der Jahreshauptversammlung wurde auf vieles zurückgeblickt, um gleichzeitig die Zukunft zu planen.

Im Radverein werden vor allem zwei Sportarten praktiziert: Der Radball und das Kunstradfahren. Beim Radball handelt es sich, wie der Name nahelegt, um eine Radsportart, in der zwei Teams zu je zwei Spielern einen kleinen Ball auf Tore zu spielen. Das Kunstrad zielt mehr auf Ästhetik ab, hier werden verschiedene Übungen auf speziellen Fahrrädern praktiziert.

Nachdem der Europacup im Paracycling, also im Behindertenradsport, bereits mehrfach vom RVC abgehalten wurde, und 2015 sogar der Weltcup in Elzach Einzug hielt, musste dieses Jahr eine Pause eingelegt werden. Der Vorstand will schon mit der Planung für einen erneuten Europacup 2019 loslegen. 2020, so hofft der erste Vorsitzende Klaus Holzer, wird mehr möglich sein.

Apropos Holzer: Dieser wurde einstimmig wiedergewählt und wird den Verein weitere zwei Jahre leiten. An seiner Seite wurden ebenfalls wiedergewählt: Claudius Holzer als Schriftführer, Herbert Becherer als sportlicher Leiter, Valerie Becherer als Fachwartin im Kunstrad und Thomas Bischof als Fachwart im Paracycling.

Kassenwart Johannes Winterer musste seit letztem Jahr einen Verlust von knapp 5000 Euro verzeichnen. Holzer klärte die Vereinsmitglieder über die Kostengründe auf: Etwa 7500 Euro betrugen allein die Reparaturkosten für Fahrräder. Und um zu Wettkämpfen zu gelangen, legen die Sportler insgesamt bis zu 20 000 Kilometer im Jahr zurück – Fahrtkosten, die finanziert werden müssen. Die Mitgliedsbeiträge, die in Prechtal zu den niedrigsten im Radsport gehören, würden kaum die Abgaben an den übergeordneten Verband decken. Holzer wolle niemanden "verscheuchen", aber voraussichtlich wird nächstes Jahr ein neues Konzept zur Finanzierung vorgestellt werden müssen.

Holzer wies auch auf das Glück hin, dass keine Personalkosten zu tragen seien, und bedankte sich bei allen Trainern, Richtern und Organisatoren, die ihre Zeit freiwillig für Verein und Sport opferten: "Das ist ehrenwert." Dem stimmte Bürgermeister Roland Tibi zu, der als Ehrengast die Versammlung besuchte. Der RVC sei der einzige Verein im oberen Elztal, der so weite Strecken überbrücke – dieses Jahr fuhren die Radballer für Turniere etwa bis nach Sachsen. Tibi bewundere den "phänomenalen Aufwand", den alle Beteiligten aufbringen.

Neben den zahlreichen Danksagungen wurde des dieses Jahr verstorbenen Ehrenmitglieds Franz Schätzle gedacht, der 27 Jahre lang im Vorstand des Radfahrvereins aktiv war.