Möglicher Fluchtweg

Polizei auf beiden Seiten des Rheins intensiv im Einsatz

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Mi, 12. Dezember 2018 um 12:21 Uhr

Südwest

Nach dem Anschlag nahe dem Straßburger Weihnachtsmarkt ist die Polizei laut Innenminister Thomas Strobl auch auf der baden-württembergischen Seite des Rheins intensiv im Einsatz.

Update: An den Grenzübergängen in Südbaden läuft der Verkehr seit dem Vormittag wieder ohne größere Behinderungen. So wird in Nonnenweier und Altenheim zwar noch kontrolliert, aber die Wartezeiten halten sich in Grenzen. Auch in Neuenburg gibt es keine Probleme für Autofahrer, ebenso in Breisach.

"Über unser gemeinsames Zentrum in Kehl sind wir in engstem Austausch", sagte Strobl am Mittwoch. "Noch in der Nacht sind bei den regionalen Polizeipräsidien in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt spezifische Fahndungs- und Überwachungsmaßnahmen angelaufen." Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag waren am Dienstagabend drei Menschen getötet und dreizehn verletzt worden. Für die Attacke soll ein 29-Jähriger verantwortlich sein, nach dem seither gefahndet wird.



Die Sicherheitsmaßnahmen rund um Weihnachtsmärkte im Südwesten seien bereits auf einem sehr hohen Niveau, betonte Strobl. "Unsere Polizei, unsere Städte und Gemeinden tun in enger Abstimmung mit den Veranstaltern alles Erdenkliche, um das größtmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten - auch wenn es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann", sagte er. Er sei in Gedanken bei den Opfern von Straßburg - bei den Verletzten und den Angehörigen der Toten. "Wir stehen an der Seite unserer französischen Freunde und Nachbarn", sagte der CDU-Politiker.

Der Schwerpunkt der Kontrollen lag zunächst auf Kehl, aber auch auf den benachbarten Grenzübergängen in Altenheim oder Nonnenweier. Die Bundespolizei hatte zwischenzeitlich allen Autofahren geraten, die Grenzübergänge zu meiden.

Pendler von Deutschland nach Frankreich mussten sich am Morgen auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen. "Wir sind auf die Kollegen in Frankreich angewiesen. Solange die Lage nicht bereinigt ist, werden wir weiter kontrollieren", sagte der Polizeisprecher.

Nicht nur der Straßenverkehr, sondern auch der öffentliche Nahverkehr wurde überprüft. Dazu zählte auch die grenzüberschreitende Tram D. Diese war in der Nacht bereits komplett gesperrt worden, inzwischen fährt sie aber wieder. Laut Polizei wird auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives zwischen Kehl und Straßburg kontrolliert.
Bei dem Angriff in Straßburg waren am Dienstagabend drei Menschen getötet worden. 14 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Wir begleiten die aktuellen Entwicklungen im Liveblog.

Der mutmaßliche Angreifer soll ein französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln sein. Der 29-Jährige wurde vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben.