Polizei erhöht Präsenz in der Altstadt

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Do, 13. Dezember 2018

Freiburg

Nach dem Anschlag in Straßburg wurden in Freiburg rund um den Weihnachtsmarkt die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

FREIBURG. Nach dem Attentat am Dienstagabend in Straßburg hat die Polizei in Freiburg schnell reagiert. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde aufgestockt und damit die Sicherheitsvorkehrungen in der Altstadt und auf dem Weihnachtsmarkt deutlich und sichtbar verstärkt. Auch Polizisten mit Maschinenpistolen waren an strategisch wichtigen Punkten der Stadt postiert. Oberbürgermeister Martin Horn äußerte derweil Mitgefühl für die Opfer des Anschlags in der Nachbarmetropole.

Es war am Mittwoch in Freiburg kein normaler Weihnachtsmarkttag. Am Rathaus wehte die Stadtfahne mit Trauerflor – aus Solidarität mit der Nachbarstadt Straßburg. Auf dem Markt selbst war die Zahl der Besucher am Nachmittag geringer als sonst. "Es sind so gut wie keine Franzosen da", erklärte Lorenz Faller, Vorsitzender des Schaustellerverbandes und Betreiber eines Glühweinstands direkt vor dem Rathaus. Viele Schulklassen aus dem Nachbarland seien offensichtlich zu Hause geblieben. Es gebe keine absolute Sicherheit, sagte Faller mit Blick auf den Anschlag von Straßburg. Der Weihnachtsmarkt dort gehöre zu denen, die am besten geschützt seien mit Zaun und Einlasskontrollen. "Aber wir dürfen uns jetzt nicht verängstigt ins Mauseloch zurückziehen. Das ist das, was diese Leute erreichen wollen", so der Schausteller.

Auch in Freiburg zeigte sich an diesem Tag ein anderes Bild: Ob am Martinstor, in der Eisenbahnstraße oder an anderen Plätzen in der Altstadt: Deutlich mehr uniformierte Polizei als sonst war in der Altstadt, auf dem Weihnachtsmarkt und drumherum unterwegs. "Wir haben unsere Präsenz erhöht", teilte schon am frühen Morgen Polizeisprecherin Laura Riske auf BZ-Nachfrage mit. Die verschärften Sicherheitsvorkehrungen waren die direkte Reaktion auf den Terroranschlag in Straßburg und auf die Tatsache, dass der Täter noch nicht gefasst werden konnte.

In Freiburg hat im Vorfeld des Weihnachtsmarkts die veranstaltende Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) gemeinsam mit dem Polizeirevier Freiburg-Nord und dem städtischen Amt für öffentliche Ordnung ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Freiburg setzt auf offene Zugänge zum Weihnachtsmarkt, also ohne Betonsperren oder Poller, wie sie in anderen Städten eingesetzt werden. Zum Konzept gehört aber für den Ernstfall ein dreistufiger Alarmplan, am Mittwochmorgen wurde nach gemeinsamer Absprache Alarmstufe 1 ausgerufen. Was bedeutete: An allen elf Zugängen zum Weihnachtsmarkt positionierten sich Streifenwagen der Polizei und Beamte, die teils mit Maschinenpistolen bewaffnet waren.

Auf dem Markt selbst waren am Mittwoch mehr uniformierte Polizistinnen und Polizisten als bisher unterwegs. An den Weihnachtsmarkttagen davor waren eher Einsatzkräfte in zivil im Gedränge auf dem Rathausplatz, Unterlinden und dem Kartoffelmarkt unterwegs gewesen. Unterstützt wurde die Polizei durch Doppelstreifen des kommunalen Vollzugsdienstes, wie Bürgermeister Stefan Breiter mitteilte.

Die Überwachung der Zugänge zum Weihnachtsmarkt durch die Polizei wurde im Laufe des Mittwochs wieder zurückgefahren, nachdem Landesinnenminister Thomas Strobl die erste Alarmstufe wieder aufgehoben hatte. Trotzdem war es kein normaler Weihnachtsmarkttag. "Es ist natürlich schlimm, was sich in Straßburg ereignet hat", sagte Thomas Barth, der bei der FWTM für Messen und Märkte zuständig ist. Man könne nur hoffen, dass Freiburg von einem solchen Attentat verschont bleibe.

Erschüttert über das Attentat im Elsass zeigte sich auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn: "Meine Gedanken sind heute bei unseren Nachbarn in Straßburg", schrieb er am Mittwoch auf seiner Facebookseite. Er drückte sein Mitgefühl mit den Opfern aus und wünschte allen Angehörigen und Betroffenen viel Kraft in schweren Stunden.