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12. März 2009 09:52 Uhr

Trittbrettfahrer am Werk

Bombendrohung in der Karlschule

Einen Tag nach dem Amoklauf in Winnenden ist in der Karlschule in Freiburg-Herdern eine Bombendrohung eingegangen. Die Polizei durchsuchte mit Spürhunden das Gebäude, fand aber nichts. Der Unterricht läuft bereits wieder.

  1. Die Polizei hatte die Karlstraße im Bereich der Schule abgeriegelt. Foto: Joachim Röderer

Ein unbekannter Täter hat gestern durch eine Bombendrohung auf dem Anrufbeantworter der Herdermer Karlschule für Aufregung gesorgt. Die Schule wurde noch vor der ersten Unterrichtsstunde abgeriegelt und danach durchsucht.Später kam die Entwarnung: Es war kein Sprengstoff in dem Gebäude. Der Unterricht konnte um 10.30 Uhr fortgesetzt werden. "Es handelt sich offenbar um einen Nachahmungstäter", meinte Einsatzleiter Harry Hochuli mit Blick auf Winnenden.

Wird der Anrufer erwischt, wird’s für ihn teuer: Rund 10 000 Euro kostete der Einsatz von Polizei sowie Vertretern der Feuerwehr und Rettungsdiensten. Die Polizei hofft, dass sie die Auswertung des Tonbandes auf die Spur des Täters bringt. In der Ortenau gelang dies jüngst bei einer Bombendrohung in Achern: Ein 19-Jähriger wurde geschnappt, zu vier Woche Arrest verurteilt – und darf, wenn er später einmal Geld verdient, die 50 000 Euro Kosten, die er verursacht hat, Euro für Euro abstottern

In der Karlschule hatte die Schulsekretärin nach ihrem Dienstbeginn gegen 7.30 Uhr die laut Geräteanzeige rund 15 Minuten zuvor aufgesprochene Nachricht auf dem Anrufbeantworter vorgefunden: "Um 10 Uhr gehen zwei Bomben hoch". Schulleiter Hansjörg Nievergelt hörte alarmierte sofort die Polizei. "Zum Glück waren um diese Zeit erst wenig Schüler da, so dass die Lehrer ihre Klassen vor der Schultür abfangen konnten", berichtete er. Die Lehrer unternahmen mit den insgesamt rund 300 Schülern Exkursionen in die Stadt, während die Polizei in der Schule sich an die Arbeit machte.

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Mit drei Sprengstoffspürhunde durchsuchten die Beamten das Gebäude sorgfältig Raum für Raum – ohne auf verdächtige Substanzen zu stoßen. Das hatte Einsatzleiter Hochuli auch so erwartet. Dennoch musste die Polizei natürlich auf Nummer sicher gehen. Kurz vor 10 Uhr wurde für alle Fälle kurzzeitig auch die Karlstraße im Bereich der Schule gesperrt. Wenig später gab es Entwarnung: Um 10.30 Uhr konnten die Schüler wieder in die Klassenräume gehen. Schulleiter Nievergelt empfahl anstelle von normalen Unterricht, die Schüler erst einmal "ankommen" zu lassen. Die Schüler haben – dem äußeren Anschein nach – die Aufregung an ihrer Schule gelassen hingenommen.

Schüler der Schule oder andere Teenager scheiden als Urheber der Bombendrohung wohl aus. Es hat sich offenbar um einen älteren Anrufer gehandelt, der die Drohung mit verstellter tiefer Stimme gesprochen hat.

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Autor: Joachim Röderer