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14. März 2010 09:44 Uhr
Neu-Ulm
Offenburger Ehepaar stirbt bei Busunglück auf der A 8
Bei dem schweren Busunglück auf der A 8 ist ein Ehepaar aus Offenburg ums Leben gekommen. Der Doppeldecker-Bus war in der Nähe von Neu-Ulm von der Fahrbahn abgekommen und umgestürzt.
48 Fahrgäste wurden bei dem Unglück verletzt, eine 53-jährige Frau aus Rastatt schwebt nach Polizeiangaben in Lebensgefahr. Auf Höhe der Rastanlage Seligweiler, direkt an der Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg, war der Doppeldecker-Bus von der Fahrbahn abgekommen. Das Fahrzeug stürzte einen etwa drei Meter hohen Abhang hinunter und blieb auf der Seite liegen.Ein 78-jähriger Mann und seine ein Jahr jüngere Ehefrau starben in dem Bus. Das Paar stammte aus Offenburg.
Auch Stunden nach dem Unglück waren an der Unfallstelle die Spuren noch deutlich zu sehen. Die dicken Reifen des Busses hatten tiefe Furchen in Schnee und Erdreich gerissen. Die Frontscheiben des Wracks waren geborsten und hingen nur noch zur Hälfte in den Verankerungen, die Scheiben auf der rechten Seite fehlten komplett. Makaber mutete die Aufschrift an der Seite des Fahrzeugs an: "Reisen Sie gut" stand dort in großen, weißen Buchstaben auf schwarzem Grund.
In den frühen Morgenstunden hatte der Bus, der zu einem Unternehmen aus Königsfeld bei Villingen-Schwenningen gehörte, die 48 Frauen und Männer in verschiedenen Gemeinden in Baden-Württemberg aufgenommen. Dass – wie zwischenzeitlich berichtet – auch in Freiburg Fahrgäste zugestiegen waren, konnte bislang nicht bestätigt werden. Klar ist aber, wohin die Reise gehen sollte: auf die Halbinsel Istrien an der Adria.
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Nur wenige Stunden nach Fahrtbeginn wurde der Balkantrip zum Alptraum: Gegen 6.14 Uhr ging die Unfallmeldung bei der Polizei ein. Die Einsatzkräfte setzten sich mit einem Großaufgebot in Bewegung. 150 Männer und Frauen der Feuerwehr, der Polizei und der Rettungsdienste sowie zehn Hubschrauber waren im Einsatz. Die Autobahn wurde wegen der Rettungs- und Bergungsarbeiten zwischen den Anschlussstellen Ulm-Ost und Oberelchingen zunächst in beiden Richtungen komplett gesperrt, später dann nur noch in Richtung München.
16 Menschen wurden nach Polizeiangaben schwer verletzt. Sie wurden in nahegelegene Krankenhäuser geflogen. Der Fahrer und mehr als 20 der Reisenden erlitten leichte Verletzungen. Sie wurden zu der Rastanlage gebracht und dort betreut. Ein Kriseninterventionsteam baute Zelte auf und versorgte die Menschen mit Decken und Kaffee. Im Laufe des Tages wurden die Menschen zurück in ihre Heimatorte gebracht. Die beiden Todesopfer mussten von ihren Angehörigen identifiziert werden.
Noch ist unklar, warum der drei Jahre alte Reisebus von der Fahrbahn abgekommen ist. Einen technischen Defekt schließt die Polizei aus; auch ein anderer Verkehrsteilnehmer sei nicht in den Unfall verwickelt gewesen. Auch sollen am Unfallort keine winterlichen Straßenverhältnisse geherrscht haben. Vieles spreche für einen Fahrfehler des 37-jährigen Busfahrers, sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise sei er abgelenkt worden. Ein Fahrgast soll nach ersten Ermittlungen einen Hustenanfall bekommen haben.
Erst vor wenigen Tagen waren auf der A 8 bei dichtem Nebel fast 60 Fahrzeuge ineinandergekracht. Bei der Massenkarambolage mit 21 Lastwagen und 37 anderen Autos wurden nach Polizeiangaben knapp 80 Menschen verletzt, 19 davon mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.
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Autor: dpa/tok/kh
