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06. August 2010 16:29 Uhr

Freiburg

Polizei überwacht entlassenen Sexualstraftäter rund um die Uhr

Ein am Mittwoch aus der Sicherungsverwahrung entlassener Sexualstraftäter ist nach einem Abstecher nach Hessen zurück in Freiburg. Er wird nun von der Polizei rund um die Uhr überwacht.

  1. In der Justizvollzugsanstalt sitzen jetzt noch 13 Häftlinge mit Sicherungsverwahrung. Foto: Brigitte Sasse

Zum genauen Aufenthaltsort des Sexualstraftäters wollten weder die Polizei noch die Freiburger Stadtverwaltung, die ebenfalls eingeschaltet wurde, nähere Angaben machen.

Der 58 Jahre alte Sexualstraftäter, der als gefährlich gilt, saß über viele Jahre in der Freiburger Justizvollzugsanstalt. Nach Ende der Haftstrafe war er in Sicherungsverwahrung gekommen. Am Mittwoch hat nun das Oberlandesgericht in Karlsruhe seine sofortige Freilassung verfügt, entsprechend der Vorgabe durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte.

Unter Führungsaufsicht

Noch am gleichen Tag öffneten sich für den Mann die Stahltüren des Gefängnisses an der Hermann-Herder-Straße. Seither steht er allerdings unter Führungsaufsicht. Das bedeutet, dass er sich einmal pro Woche bei der Polizei und bei seinem Bewährungshelfer melden muss. Allerdings wird ihn die Polizei ohnehin nicht aus den Augen lassen. "Wir werden sieben Tage die Woche und rund um die Uhr für Sicherheit sorgen", erklärte Karl-Heinz Schmid, Pressesprecher der Polizei.

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Der Justizvollzugsanstalt Freiburg war es nicht gelungen, für den entlassenen Ex-Häftling eine Unterbringung zu finden. JVA-Leiter Thomas Rösch berichtete, dass er sieben Einrichtungen abgefragt habe, die aber alle abgesagt hätten. Die Absagen hängen offenbar mit den andauernden Medienberichten über einen anderen Sexualstraftäter zusammen, der Mitte Juli die JVA in Freiburg verließ und mittlerweile in Hamburg lebt, wo er von, wie es heißt, 24 Polizeibeamten im Schichtdienst rund um die Uhr überwacht wird und wo Anwohner nach wie vor heftig protestieren.

Nacht im Hotel

Der am Mittwoch frei gelassene 58-Jährige war noch am gleichen Tag nach Kassel gefahren, wo ihn am Bahnhof Wilhelmshöhe dann hessische Polizisten in Empfang nahmen. Seine erste Nacht in Freiheit verbrachte der Mann in einem Kasseler Hotel – unter Polizeibewachung, wie die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine Zeitung meldet. Am Donnerstag dann überredeten die Behörden den Mann offenbar zur Rückkehr nach Freiburg. Polizisten begleiteten den 58-Jährigen auf seiner Rückreise. Am Donnerstagabend wurde er in Freiburg in Empfang genommen.

Wie jeder andere, der keine Wohnung hat und nicht weiß, wo er hin soll, hat auch der entlassene Sexualstraftäter Anspruch auf entsprechende Hilfeleistung der Stadt Freiburg, so Edith Lamersdorf, die Pressesprecherin der Stadt. "Er kann sich an die Stadt wenden und wir helfen dann in enger Abstimmung mit der Polizei", berichtet sie.

Polizeisprecher Schmid sagt, die Freiburger Polizei müsse mit der Dauerbewachung einen Kraftakt stemmen, sei darauf aber vorbereitet. Polizei, Stadt und die Justizbehörden würden eng zusammen arbeiten. Einzelheiten ihres taktischen Konzepts werde die Polizei aber nicht bekanntgeben, so Schmid.

Hinweis: Am Samstagvormittag wollen Polizei, Staatsanwaltschaft und JVA Freiburg in einer Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen Stellung nehmen. Badische-zeitung.de berichtet aktuell.

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Autor: Joachim Röderer