Pompeo nimmt Verbündete in die Pflicht

dpa

Von dpa

Fr, 11. Januar 2019

Ausland

US-Außenminister in Kairo.

KAIRO (dpa). Nach der Ankündigung des Abzugs von US-Truppen aus Syrien hat Außenminister Mike Pompeo von den Ländern der arabischen Welt mehr Engagement im Kampf gegen den Terror gefordert. "Wir bitten alle friedliebenden Nationen im Nahen Osten, neue Verantwortungen zu übernehmen, um den islamistischen Extremismus zu besiegen (. . .)", sagte Pompeo am Donnerstag in Kairo in einer Grundsatzrede zur US-Politik in der Region. Amerika werde sich zwar nicht zurückziehen, bevor der Kampf gegen den Terror beendet sei. "Aber wie Präsident Trump gesagt hat: Wir möchten, dass unsere Verbündeten mehr machen."

Nach Trumps Ankündigung im Dezember, die USA würden ihre Truppen aus Syrien schnell abziehen, herrscht weiter Unklarheit, wann genau die 2000 US-Soldaten das Bürgerkriegsland verlassen werden. Andere US-Vertreter hatten sich nach Trumps Äußerungen in Anbetracht der drohenden Gefahr für die Verbündeten vor Ort wesentlich vorsichtiger geäußert. Die mit den USA alliierten Kurden in Nordsyrien fürchten durch den Rückzug einen Angriff der Türkei. Ankara sieht die kurdischen Kämpfer als Terroristen und verlängerten Arm der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Pompeo sagte in der Amerikanischen Universität Kairo, Trumps Entscheidung sei keine Änderung der Anti-Terror-Mission. "Wir bleiben der kompletten Zerstörung des IS, der von ihm ausgehenden Gefahr und aller radikalen Gruppen in all ihren Formen verbunden." Auch in Zukunft würden die USA ihren Verbündeten auf vielen Wegen zur Seite stehen.