The Kooks

POP: Auf Nummer sicher

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Mi, 05. September 2018

Rock & Pop

"We’re just having a good time, honey / No need to apply, no pressure", singt Luke Pritchard auf der neuen The Kooks-Platte "Let’s Go Sunshine" – und meint damit wahrscheinlich sein Privatleben. Bezogen auf die Situation seiner Band könnten die Zeilen nämlich ebenso gut als blanke Ironie durchgehen. Den Briten sitzen zwei gefloppte Alben in den Knochen. Zwölf Jahre nach dem überaus erfolgreichen Debüt "Inside In/Inside Out" hängt ihre Karriere am seidenen Faden. Auf "Let’s Go Sunshine" lastet die Bürde, eine Band retten zu müssen. Ob das mit einer so vorhersehbaren Platte gelingen kann? Nach dem elektronischen Experiment "Listen" (2014) kehren The Kooks zurück zu Gitarre, Bass und Schlagzeug – tauschen aber den luftigen Indie-Sound einstiger Tage gegen überproduzierten Konsens-Rock. Nur im zunächst akustischen "Tesco Disco" kommt die spontan anmutende Spielfreude der ersten zwei Alben auf. Ansonsten dominiert der Eindruck einer Band, die auf Nummer sicher geht – und textlich Plattitüden wie "Don’t stop believing" oder "I love to love you" zu Refrains werden lässt. Schade.

The Kooks: Let’s Go Sunshine/Kobalt.