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21. Juni 2016

Posaunen zum Auftakt

Donnerstag startet der zehnte Ettenheimer Musiksommer / Percussion Posaune Leipzig in Altdorf.

  1. Das Quartett Percussion Posaune Leipzig eröffnet am Donnerstag den Musiksommer. Foto: Promo

ETTENHEIM. Zu seinen Spielstätten zählen die Manhattan High School, der Berliner Dom oder der Hamburger Michel. Es spielt Johann Sebastian Bach, Richard Strauß oder eigens für das Quartett geschriebene zeitgenössische Titel. Und jetzt kommt es nach Ettenheim mit einem eigens zusammen gestellten Konzertprogramm: Am Donnerstag eröffnet das Quartett Percussion Posaune Leipzig in der St. Nikolaus Kirche in Altdorf den Ettenheimer Musiksommer 2016.

"Festmusik am Hofe" nennt das renommierte Quartett aus Leipzig – drei Posaunen und ein Percussionist – sein Programm mit Werken von Vejvanovski, Leibnitz, Kerll oder Bach. Dass passt zum Auftakt des Musiksommers, denn den Musikfreunden Ettenheim ist wahrlich zum Feiern zumute. Mit dem Konzert startet der Verein ins zehnte Jahr dieser beispiellosen Reihe mit vier klassischen Konzerten über die Sommermonate. Und dabei sind die Musikfreunde ihrem vor zehn Jahren eingeschlagenen Weg stets treu geblieben: Zu hören ist stets Musik aus der Zeit des Barock, der Klassik und der Frühromantik.

Und ganz wichtig ist ihnen die historische Aufführungspraxis: Die Verwendung von Originalinstrumenten und eine sich an der Spielpraxis der jeweiligen musikalischen Epoche orientierende Spielweise, wodurch eine Verbindung zu der Zeit der Entstehung der Werke geschaffen werden soll. Und mit Bedacht wurden stets auch die Spielstätten ausgewählt, etwa der Bürgersaal im Ettenheimer Rathaus, die ehemalige Synagoge in Altdorf (heute Kunsthalle), die Bibliothek im Schloss Altdorf oder die St. Nikolaus-Kirche. Hochkarätige, international anerkannte Ensembles konnten für die Sommerreihe für einen Auftritt in Ettenheim gewonnen werden.

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Das Leipziger Ensemble gastiert zum ersten Mal in der Region und reiht sich ganz in die Tradition ein: Barocke Klangpracht ist ohne Posaune nicht denkbar. Die Posaune entstand im 15. Jahrhundert aus der Zugtrompete und wurde unter dem Namen "Sackbut" oder "Saqueboute" (von sacquer, bouter – drücken, ziehen) geführt. Der Posaunenbau etablierte sich vor allem in Nürnberg. Von dort wurden die Instrumente an die Fürstenhöfe in Spanien, Frankreich, Dänemark, Holland, Moskau und dem deutschsprachigen Raum geliefert.

Die Musiker von Percussion Posaune Leipzig lassen mit ihren Barockposaunen, die im Vergleich zu den heutigen modernen Posaunen eine engere Mensur und einen Schallbecher mit kleinerem Öffnungswinkel sowie ein engeres und flacheres Mundstück haben, den Flair der höfischen Musik aufleben.

10. Ettenheimer Musiksommer, Auftaktkonzert am Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr, Kirche St. Nikolaus Altdorf. Festmusik am Hofe – ein Konzert der Percussion Posaune Leipzig.

Autor: Klaus Fischer