Positive Tendenz bei den Hilfsfristen

Michael Baas

Von Michael Baas

Sa, 07. Oktober 2017

Kreis Lörrach

RETTUNGSDIENST II: Zusätzliche Krankenwagen sollen Rettungsdienst vom November an entlasten.

LÖRRACH (alb). Die Hilfsfristen im Rettungsdienst sorgen seit Jahren für Diskussionsstoff – vor allem, weil sie nicht so einzuhalten sind, wie es im Gesetz fixiert ist. Dieses sieht in Baden-Württemberg vor, dass Hilfe möglichst nach zehn höchstens aber nach 15 Minuten vor Ort ist. Das gilt für Rettungswagen und Notarzt; mindestens eines dieser Rettungsmittel sollte in 95 Prozent der Notfälle nach maximal 15 Minuten am Einsatzort sein. Das passt im Rettungsdienstbereich Lörrach noch nicht ganz.

Zwar geht die Tendenz nach oben, aber es bleibt eine Lücke. So sei die Einsatzfrist bei den Notärzten 2016 zu 88,2 Prozent eingehalten worden, sagt Rettungsdienstgeschäftsführer Svend Appler. Das sei im Vergleich zu 2015 mit damals 85,8 Prozent ein Schritt nach vorn. In absoluten Zahlen hätten 2016 nur 395 Notarzteinsätze zum Soll gefehlt. Zur weiteren Verbesserung habe der Bereichsausschuss daher schon im März die Vorhaltung eines zweiten Notarztes in Lörrach tagsüber von Montag bis Freitag beschlossen. Das werde seit Juni schrittweise umgesetzt, da die Kliniken zunächst weitere Notärzte einstellen müssen. Auch bei den Rettungswagen habe sich die Einhaltung der Frist von 90,9 Prozent der Fälle 2015 auf 92 Prozent 2016 verbessert. Hier fehlten übers ganze Jahr sogar nur 213 Einsätze, um das Soll zu erreichen. Dabei sei zudem zu bedenken, dass ein Einsatz schon bei einer Überschreitung der 15 Minuten um eine Sekunde dem roten Bereich zugeschlagen werde, betont Appler. Zudem wären viele Einsätze nur dringlich, da die Wartezeiten auf den Krankentransport zu lang seien. Deshalb arbeite man daran, die Notfallrettung dadurch zu entlasten, dass mehr Krankenwagen vorgehalten werden. Das DRK Lörrach habe bereits zwei weitere KTW bestellt, die von an November einsatzbereit seien.

Ein weiterer limitierender Faktor ist die Personallage. Diese könne sich zwar von 2018 an entspannen, so Appler, aber das sei einstweilen auch mit Mehrkosten für das DRK verbunden. So sei der Rettungsdienst, um die Wettbewerbsfähigkeit als Arbeitgeber in der Hochpreisregion zu halten, zum Jahreswechsel auf den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) gewechselt. Zudem bilde man seit 2014 Notfallsanitäter aus und betreue derzeit 14 Auszubildende. Zusätzlich sei eine Initiative zur Ausbildung von zehn Rettungssanitätern gestartet worden. Diese stünden vom neuen Jahr an zur Verfügung. Aber auch hier fehle für die Ausbildungskosten in Höhe von 95 000 Euro noch eine Regelung zur Kostenübernahme, sodass das DRK auch hier in Vorlage gehen müsse.