Auch die Geschäftsleute sind zufrieden

Positive Zwischenbilanz bei der Umgestaltung der Breisacher Innenstadt

Agnes Pohrt

Von Agnes Pohrt

Fr, 12. Oktober 2018 um 14:06 Uhr

Breisach

Seit rund einem Jahr ist die Breisacher Innenstadt eine Baustelle. Mittlerweile kann man aber auch schon gut sehen, wie das neugestaltete Stadtzentrum einmal aussehen wird. Die Umgestaltung des Gutgesellentorplatzes, die 1. Bauphase, ist abgeschlossen. Helle Pflastersteine, Wasserfontänen und Bächle begeistern nicht nur die Kinder. Auch die Geschäftsleute und Gastronomen am Gutgesellentorplatz sind von der Umgestaltung angetan, wie eine Umfrage der BZ ergab.

Vor allem sind sie froh, dass sie die monatelange Durststrecke überstanden haben. Lärm, Staub und vor allem die Wanderbaustelle hatten bei allen angrenzenden Betrieben Umsatzeinbußen zur Folge. Kunden konnten nicht mehr wie gewohnt vor den Geschäften und Gaststätten parken, Fußgänger mussten Umwege laufen und sich zwischen Absperrungen immer wieder aufs Neue zurechtfinden.

"Es läuft viel besser"
"Jetzt läuft es viel besser", sagt Amani Komaina, die im Café Porto arbeitet. Sie freut sich nicht nur über mehr Kunden, sondern vor allem auch darüber, dass der Baulärm vorbei ist. Das Café an der Ecke Rheinstraße/Gutgesellentorplatz profitiert von der Umgestaltung des Stadtzentrums auch mit einer vergrößerten Fläche für die Außenbewirtung. Noch ist diese nur provisorisch asphaltiert. Wenn die Neugestaltung der Innenstadt Ende 2019 abgeschlossen ist, wird auch das Café Porto eine gepflasterte und sogar noch etwas größere Außenfläche haben. Amani Komaina findet die Gestaltung des Gutgesellentorplatzes insgesamt sehr gelungen. Entstanden sei ein kleiner Platz, auf dem man einiges unternehmen könne.

"Parksituation ist unbefriedigend"
"Gut" findet auch Marita Michelbach, die mit ihrem Mann am Gutgesellentorplatz die gleichnamige Bäckerei betreibt, den neugestalteten Platz. "Nach der Durststrecke ist jetzt wieder Land in Sicht", fügt sie hinzu. Von den Kunden höre sie viel Positives. Das Café-Geschäft sei wieder angelaufen, viele Kunden würden draußen, an den Tischen vor der Bäckerei, ihren Kaffee einnehmen. Auch am Abend werde der Platz gut angenommen. Besonders freut sich Marita Michelbach darüber, dass die Straße vor ihrem Geschäft wieder offen und in beiden Richtungen befahrbar ist. Jetzt könnten die Kunden wieder herfahren.

Die Parksituation sei allerdings katastrophal. "Man weiß nicht, wo Straße, Parkplatz oder Gehweg ist", kritisiert sie. Obwohl auf den Parkplätzen lediglich Kurzzeitparken erlaubt ist, würden diese auch von Dauerparkern genutzt. Erlaubt ist auch nur Längsparken, was viele Autofahrer allerdings ignorieren. Die meisten parken schräg. Dafür sei der Parkraum aber zu kurz, so dass die Fahrzeuge in den Straßenraum hineinragen, erläutert Michelbach.

Aber auch das Längsparken bringe Probleme mit sich. Für Kinder, die am Bächle spielen, könne es zu gefährlichen Situationen kommen. Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollator hätten es schwer, zwischen den parkenden Autos hindurch zu kommen. Marita Michelbach hofft auf mehr Kontrollen und eine Markierung der Parkplätze. Ein großes Lob hat die Geschäftsfrau für die Mitarbeiter der am Umbau beteiligten Firmen. "Die haben gut geschafft", sagt sie.

"Platz ist schöner geworden"
"Das Geschäft läuft besser, die Leute können wieder parken und der Platz ist schöner geworden", lautet das Fazit von Anastasia Kroll, Filialleiterin der Metzgerei Pfunder. Auch bei der Kundschaft sei die Resonanz positiv. Die Stammkunden hatten der Metzgerei in der Bauphase die Treue gehalten, "jetzt sind auch die anderen Kunden wieder da", freut sich Kroll. Aber die Autofahrer würden nicht verstehen, dass sie hier nur längs parken dürfen. Positiv sei aber, dass die Autos nicht mehr so lange auf den Parkplätzen stehen. "Die meisten Parker sind tatsächlich Kunden", hat die Filialleiterin beobachtet.

"Eine deutliche Verbesserung"
Alexander Gehr, Inhaber des Gasthauses "Elsässer Hof", ist voll des Lobes für den neugestalteten Gutgesellentorplatz. "Der Umbau ist sehr gelungen, es ist schön geworden, es ist eine deutliche Verbesserung für uns", betont er. Auch von seinen Gästen höre er viel Lob. "Gäste und Touristen sagen, dass es wunderschön geworden ist", berichtet der Gastwirt. Der Platz werde sehr gut angenommen. Es sei schön anzusehen, wie die Kinder am Fontänenfeld und dem Bächle ihren Spaß hätten. "Das bringt Leben hierher", sagt Gehr. Die Parkplatzsituation findet der Gastronom nicht so problematisch. "Wir brauchen Parkplätze", betont er. Daher sei er froh, dass es noch Parkmöglichkeiten am Gutgesellentorplatz gibt. Die Längsparkplätze würden noch markiert. Auch seien die Bauphasen ja noch nicht abgeschlossen. "Da müssen wir abwarten, ich sehe das entspannt", sagt Gehr.
Überrascht, dass der Platz so eindeutig an Attraktivität gewonnen hat, ist Rudolf Gnädinger, Inhaber der Stadtapotheke und CDU-Stadtrat. "Der Platz wirkt viel größer", freut er sich und lobt die beteiligten Firmen, deren Mitarbeiter zügig gearbeitet hätten. Auch beim Marktplatz gehe es zügig voran.

Für Stadtverwaltung, Gemeinderat und alle an der Planung beteiligten spart Gnädinger ebenfalls nicht mit Lob. Sie alle hätten nach einer sachlich geführten Diskussion eine sehr gute Entscheidung getroffen. Auch die Auswahl der Steine und deren Kombination gefielen ihm gut.



"An Attraktivität gewonnen"
Mit der geplanten Begrünung werde der Gutgesellentorplatz noch attraktiver. "Wenn der Marktplatz und die Rheintorstraße auch noch gemacht sind, gibt das ein schönes Flair. Darauf bin ich gespannt", sagt Gnädinger. Er hofft allerdings, dass es auch künftig genügend Kurzzeitparkplätze auf dem Gutgesellentorplatz geben wird. Das sei auch sehr wichtig für die Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt, die sich gegen die Konkurrenz auf der grünen Wiese behaupten müssten.