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16. Mai 2010 13:11 Uhr
Power-Pop siegt über harte Gitarren
Die Siegerband der sechsten Auflage des Music-Star(t)-Contests kommt aus Tuttlingen: die Gruppe 3samkeit setzte sich in Neuenburg gegen sechs Konkurrenten durch. Ein Sieg des Power-Pop über harten Gitarren.
Wie entscheidend doch die Tagesform sein kann. Im Februar trat das Trossinger Trio 3samkeit beim Freiburger Bandwettbewerb Rampe 2010 an. Als letzte der fünf Bands auf der Bühne des Jazzhauses, gaben die drei einen Auftritt, der nervös wirkte. Wie der Sänger über die Bühne fegte, wie der Bassist sich cool gab, das wirkte aufgesetzt. Der Deutsch-Power-Pop kam nicht über die Rampe.
Jetzt im Stadthaus Neuenburg das Gegenteil. Als dritte traten 3samkeit im Finale des Music Star(t) Contest (MSC) an. Florian Schmidberger erwies sich sofort als druckvoller Schlagzeuger, Sänger und Gitarrist Niko Stegmiller preschte nach vorn und Bassist Felix Huber folgte ihm auf dem Fuße. "Mitten ins Glück" ging der Refrain, und kaum war das kurze Lied vorbei, war klar, dass hier eine Band spielte, die sich mit Leidenschaft in ihre Musik wirft. Am Ende des Wettbewerbs gab die Jury ein einstimmiges Votum ab: Platz eins für 3samkeit. Plus die Auszeichnung als bester Sänger und als bester Rhythmusgitarrist für Stegmiller.
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Womit sich die einzige deutschsprachige Band im Finale durchgesetzt hatte. Mehr als 60 Bands hatten sich bei dem vom Jugendbüro der Stadt Neuenburg initiierten, von der Badenova wesentlich gesponserten und von Stefan Sprehe von Regiomusik.de organisierten Contest beworben. Die meisten Gitarrenbands der härteren Sorte. Bei vier der sechs Vorentscheide und in der Lucky-Loser-Runde hatte sich denn auch dieses Genre durchgesetzt. Und gleich drei benachbarte und befreundete Bands: Curse of Society aus Waldkirch, Fearce aus Sexau und Stain in the Fate aus Denzlingen hatten zwei Busse voller Fans nach Neuenburg mitgebracht. Die Jungs (und einige Mädels) zelebrierten im Stadthaus jugendliche Begeisterung.
Die Jury war von den drei Bands am meisten von Curse of Society beeindruckt. Leadgitarrist Tim Cavak wurde der Beste seines Fachs dank seiner "sweep arpeggios", mit denen er ein Geflecht von Einzeltönen herstellt, das zusammen mit zweiter Gitarre und Bass den extrem dichten Hintergrund für Sänger Max Müller abgibt. Wenn man den einen Sänger nennen will. Denn Curse of Society spielen eine Hardcore-Musik, die Wut und Unzufriedenheit ausdrückt, mehr mit geschrieen Vocals als mit gesungenen. Letzteres muss aber auch sein, und weil Müller das nicht überzeugend tat, kamen Curse of Society bei aller Energie auf den zweiten Platz.
Eine wesentlich traditionellere Spielart pflegen Ferum Incantare aus Rheinfelden, bei denen man genauso Led Zeppelin wie neuere Metal-Spielarten in ihren hymnischen Songs heraushören kann. Dank einer sehr runden Mannschaftsleistung kam das Quartett auf Platz drei.
Die weiteren Ränge teilten sich Fearce und Stain in the Fate mit den Neuenburger Stack Tunes und den Kehler Infected Slaves, deren harter Rock und melodiöser Pop an diesem Abend beide zu statisch waren, um die Jury für sich einzunehmen.
3samkeit werden übrigens nach Freiburg zurückkehren: Trotz des hinteren Platzes bei der Rampe hat das Zelt-Musik-Festival sie zu seiner diesjährigen Tourband gemacht.
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Autor: Thomas Steiner
