Rheinischer Brauch

Prinzenpaar gesucht: Fasent in Oberschopfheim geht fremd

Hannah Fedricks Zelaya

Von Hannah Fedricks Zelaya

Di, 23. Januar 2018 um 11:16 Uhr

Friesenheim

Die Oberschopfheimer Stänglihocker suchen für das Fasentswochenende nach einem Prinzenpaar. Eigentlich ist das ein Brauch des Rheinischen Karnevals. Was steckt dahinter? Ein Interview.

Die Oberschopfheimer Fasent geht in diesem Jahr neue Wege: Die Stänglihocker suchen für das Fasentswochenende nach einem Prinzenpaar. Das gab es vorher noch nie. Hannah Fedricks Zelaya hat mit Sabrina Hauser aus dem Vorstand der Stänglihocker über den Bewerbungsaufruf und die Hintergründe gesprochen.

BZ: Frau Hauser, Prinzenpaare kennt man sonst eher vom Rheinischen Karneval. Kehren Sie der alemannischen Fasent den Rücken?
Hauser: Nein, auf keinen Fall. Aber die Fasent steht bei uns jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr ist das "Fasent, Fasching, Karneval – Narren gibt es überall". Und getreu diesem Motto wird die Fasent von uns gestaltet. Das heißt, dass es in diesem Jahr auch einige Einflüsse geben wird, die nicht von der alemannischen Fasent kommen – kulturübergreifende Fasent sozusagen.

BZ: Und das Prinzenpaar kommt aus der rheinischen Karnevalskultur.
Hauser: Genau. Außerdem wird der närrische Dorfabend am 10. Februar in diesem Jahr in Form einer Prunksitzung gestaltet. Dabei wird dann auch der ganze Vorstand auf der Bühne sitzen, wie man es vom Karneval kennt.

BZ: Und dieser Vorstand wählt aus den Bewerbern das Prinzenpaar aus?
Hauser: Nicht ganz. Ich kann natürlich nicht alles verraten. Aber die Bewerber für das Prinzenpaar werden am närrischen Dorfabend in der Auberghalle verschiedene Aufgaben bewältigen müssen. Es wird – je nachdem wie viele Paare sich bewerben – wahrscheinlich drei Runden geben, bei denen immer wieder Bewerber ausscheiden. Vielleicht wird auch noch das Publikum mit eingebunden, wir haben verschiedene Ideen. Das Paar, welches alle Aufgaben am besten meistert, gewinnt am Schluss.

BZ: Was gibt es denn zu gewinnen?
Hauser: Ruhm und Ehre natürlich (lacht). Außerdem einen Abend mietfrei in unserem Narrenkeller, also mit Personal und einem Gutschein für einen Caterer.

BZ: Was sind die Aufgaben des Prinzenpaares, wenn es den Auswahlprozess gemeistert hat?
Hauser: Dann hat es eigentlich keine schweren Aufgaben mehr vor sich. Dann kommt nur noch die Kür: Das Paar darf uns beim Umzug in Niederschopfheim begleiten.

BZ: Wer kann sich dafür bewerben? Nur Narren oder auch andere Oberschopfheimer?
Hauser: Bewerben kann sich grundsätzlich jeder. Es ist egal, ob man Mitglied in einer Zunft ist, oder nicht. Klar, Spaß an der Fasent sollte man haben und auch einen Bezug zu Oberschopfheim. Die Bewerber sollten auch mindestens 18 Jahre alt sein und sich natürlich das Wochenende frei halten.

BZ: Können sich nur Paare bewerben, oder kann man sich auch nur als Prinz oder Prinzessin bewerben?
Hauser: Nein, die Bewerbung geht nur als Paar. Allerdings muss das natürlich kein verheiratetes Paar sein. Man kann sich auch einfach mit einem Freund zusammentun. Auch gleichgeschlechtliche Paare können sich selbstverständlich bewerben. Allerdings müssten die Kostüme schon vorhanden sein.

BZ: Gibt es schon Bewerbungen?
Hauser: Nein, bisher leider noch keine. Wir hoffen, dass sich das noch ändert.

BZ: Bis wann kann man sich bewerben?
Hauser: Noch bis zum 4. Februar auf unserer Homepage, per Video oder schriftlich.

Sabrina Hauser 33 ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Oberschopfheim. Da auch ihre Eltern Stänglihocker sind, ist sie als Stänglihocker geboren. Seit 2009 ist sie im Vorstand.

Bewerbungsvoraussetzungen

» Spaß und Freude an der Oberschopfheimer Fasent

Mindestalter 18 Jahre

» Bezug zu Oberschopfheim

Kostüm sollte vorhanden sein

Bewerbung geht nur als Paar

Die Wahl und Kür des Paares erfolgt am Fasentsamstag beim Närrischen Dorfabend in der Auberghalle. Bewerbungen bis spätestens Sonntag, 4. Februar schriftlich oder per Video. Die Abgabe im Briefkasten beim Narrenkeller, Kirchstraße 16a, oder per Mail an info@staenglihocker.de. Bei der Bewerbung Namen und Anschrift, Beruf und Hobbies angeben.

Alle Informationen sowie das Bewerbungsformular gibt es unter http://www.staenglihocker.de