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20. Juli 2012 21:34 Uhr

Katholische Kirche

Protest vor dem Münster – Verweis für Fotografen

Hat der Sprecher der Freiburger Erzdiözese die Pressearbeit behindert? Darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Bei einer Protestaktion vor dem Freiburger Münster kam es zu einer unübersichtlichen Situation.

  1. Horst Rehberger Foto: schneider

"Die Nutzung Grüner Gentechnik ist ethisch geboten." So steht es auf der Tafel, die Horst Rehberger beim Westportal des Freiburger Münsters hochhält. Der frühere Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts, heute Vorsitzender des Forums Grüne Vernunft (FGV), dringt seit langem auf einen Termin beim Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Deswegen hat das Forum schon offene Briefe als Zeitungsanzeigen geschaltet. Und deswegen demonstriert FDP-Mann-Rehberger nun bis Montag am Münster.

Jeden Tag verhungern mehrere tausend Kinder, beklagt Rehberger. "Gegen Hunger kann Grüne Gentechnik einen Beitrag leisten, auf den man nicht verzichten darf", sagt er. Eine Institution wie die katholische Kirche müsse sich sachlich mit Gentechnik auseinandersetzen, fordert der Lobbyist. Bisher habe die Kirchenleitung aber nur ausweichend auf Fragen zur Gentechnik geantwortet und ein Gespräch mit dem FGV verweigert.

Laut Robert Eberle, dem Sprecher der Erzdiözese Freiburg, gab es jedoch bereits Gespräche zwischen FGV-Vertretern und Fachreferenten der Kirche: "Der Erzbischof diskutiert nicht jede Einzelfrage selbst." Mit einer Einladung könne Rehberger derzeit sowieso nicht rechnen, weil Erzbischof Zollitsch im Urlaub sei.

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BZ-Fotograf wird des Münsterplatzes verwiesen

Wer hat nun Recht? Die Sache scheint verhakt, man ist empfindlich. Beim Versuch, die Aktion abzulichten, wird der BZ-Fotograf von Polizisten des Münsterplatzes verwiesen. Auf Anordnung von wem? Eberle weist es von sich, die Pressearbeit behindert zu haben: "Das ist doch Quatsch!" Da eine Baustelle den Zugang zum Münster verenge, hätten sich Polizei und Rehberger darauf geeinigt, dass der Aktivist nicht vor, sondern neben dem Eingang stehen solle. "Niemand ist zu irgendetwas aufgefordert worden."

"Der Fotograf ist in einer unmöglichen Weise angegangen worden." Horst Rehberger
Auch der Sprecher der Polizei, Karl-Heinz Schmid, will von einem Platzverweis nichts wissen: "Wir haben nur beschlossen, dass der Zugang zum Münster nicht durch Demonstrationen eingeschränkt werden darf." Da er davon nichts wusste, hatte Fotograf Ingo Schneider Rehberger vor dem Portal postiert. Während er fotografierte, forderte ihn ein Polizist zum Verlassen des Platzes auf. Der Polizist habe sich dafür fast entschuldigt, sagt Schneider. Auch Rehberger nimmt die Beamten in Schutz: Sie hätten nur Anweisungen befolgt. Wer den Platzverweis veranlasst hat, habe dagegen "völlig unangemessen" gehandelt, findet Rehberger: "Der Fotograf ist in einer unmöglichen Weise angegangen worden."

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Autor: Jürgen Schickinger