Landgericht Waldshut-Tiengen

Prozess im Fall des getöteten Säuglings von Laufenburg beginnt am Montag

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 16. April 2018 um 10:58 Uhr

Laufenburg

Im Fall des getöteten Säuglings von Laufenburg beginnt in der kommenden Woche der Prozess vor dem Landgericht Waldshut-Tiengen. Dem angeklagten Vater wirft die Staatsanwaltschaft Totschlag vor.

Im Fall des getöteten Säuglings von Laufenburg beginnt in der kommenden Woche der Prozess. Am Montag, 23. April beginnt vor dem Schwurgericht des Landgerichts Waldshut-Tiengen der Prozess gegen einen 36-jährigen Mann, der am ersten Weihnachtsfeiertag des vergangenen Jahres in Laufenburg seinen zweieinhalb Monate alten Sohn getötet haben soll. Das schreibt das Landgericht in einer Pressemitteilung vom Montag.

Grausamer Tatvorwurf

Der betäubungsmittelabhängige Angeklagte, der in einem Methadon-Substitutionsprogramm behandelt wurde, habe am Morgen des 25. Dezember 2017 an erheblichen Entzugserscheinungen gelitten. Deshalb sei seine Lebensgefährtin und zugleich Mutter des Kindes losgegangen, um entsprechenden Ersatz zu beschaffen. Der Angeklagte sei mit dem Kind in der gemeinsamen Wohnung in Laufenburg geblieben und schon bald nach Wachwerden des Säuglings mit dessen Betreuung überfordert gewesen.

Dem vorbestraften Angeklagten wird vorgeworfen, den weinenden Säugling unvermittelt gegen einen Schrank geworfen, ihn anschließend mit dem Kopf gegen eine Wand geschleudert und schließlich mit Wucht mit dem Hinterkopf auf den Boden geschlagen zu haben, um das Kind zum Schweigen zu bringen. Das Kind habe einen Wirbelsäulenbruch sowie Schädelbrüche erlitten und sei am Tatort verstorben. Der Angeklagte habe sodann über den polizeilichen Notruf mitgeteilt, dass er gerade seinen Sohn getötet habe. Nach Eintreffen der Polizei wurde der Angeklagte festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor.

Die Schwurgerichtskammer hat vorläufig sechs Sitzungstage anberaumt (am 23. April, 9.30 Uhr, am 24. April, 9 Uhr, am 26. April, 14 Uhr, am, 27. April 9.30 Uhr, am 30. April, 10.30 Uhr und am 2. Mai, 9 Uhr), jeweils im Saal 20 im Gerichtsgebäude. Geladen sind mehrere Zeugen und drei Sachverständige.

Dem Angeklagten droht bei Verurteilung wegen Totschlags eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren.

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